Fliegl Fahrzeugbau: Von Krise keine Spur

09.02.2026 09:02 Uhr | Lesezeit: 3 min
Fliegl Chemiechassis
Bei den Fliegl Innovation Days präsentierte Firmenchef Helmut Fliegl ein neu entwickeltes Chemiechassis, mit dem das Unternehmen auf die speziellen Anforderungen beim Betrieb von Elektro-Zugmaschine reagiert.
© Foto: Fliegl Fahrzeugbau

Für das Modelljahr 2026 investiert Fliegl in Produktionsanlagen und Fahrzeugtechnik 2030.

Kurze Wege heißt das Motto bei Fliegl Fahrzeugbau in Triptis. Um künftig die halbfertigen Trailer nicht mehr quer übers Werksgelände transportieren zu müssen, wird bis Ostern ein neuer Hallenkomplex fertiggestellt. Damit kommen alle Produktionsstationen unter ein Dach. Das Ergebnis sind eine um 74 Prozent kürzere Produktionsstrecke, damit kürzere Werksverkehre sowie eine spürbare Zeitersparnis. 11,7 Millionen Euro investieren Margit und Helmut Fliegl in den Neubau.

„Der Umzug findet im laufenden Betrieb statt“, so Werksleiter Maxi Fliegl. „Aufs Dach kommen Solarmodule. Fußboden- und Grubenheizungen sorgen für angenehme Temperaturen. Die Abwärme der neuen Maschinen wird zur Rückgewinnung von Strom und Wärme genutzt.“ Aktuell sind am Hauptsitz in Triptis rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. In der kompletten Gruppe mit Hangler und Strolit sind es 500 Mitarbeiter, die pro Jahr rund 5000 Fahrzeuge fertigt. Zum Firmenverbund gehört zudem die RPS Trailer Rental mit etwa 700 Miet-Fahrzeugen. Das Portfolio umfasst praktisch die gesamte Bandbreite an Anhängern und Aufliegern.

Auch im Werk 2 investierte Fliegl und vergrößert den Anteil der Eigenfertigung. Zwei neue Schweißroboter übernehme künftig die Produktion der Alu- und Stahlmulden. „Die Qualität jeder einzelnen Schweißnaht lässt damit optimieren und nachvollziehen“, so Maxi Fliegl. Arbeitsplätze sollen dadurch nicht wegfallen. „Ganz im Gegenteil“, meint der Werksleiter. „Künftig können wir jetzt Komponenten inhouse fertigen, die vorher ausgelagert war. Unser Ziel war, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, mehr Eigenfertigung nach Triptis zu holen und Transportwege zu reduzieren.“

Nicht nur aus der Produktion gibt es Neuheiten zu vermelden. Bei den sogenannten Fliegl Innovation Days präsentierte Firmenchef Helmut Fliegl ein neu entwickeltes Chemiechassis, mit dem das Unternehmen auf die speziellen Anforderungen beim Betrieb von Elektro-Zugmaschine reagiert. „E-Lkw verlangen eine verringerte Sattellast. Wir haben das durch eine optimierte Achsposition mit angepassten Radständen gelöst“, erläutert Fliegl. Das neue Containerchassis bildet den Auftakt für eine komplette Produktpalette, die Fliegl speziell für den Betrieb mit Elektro-Zugmaschinen entwickelt. Erster Kunden ist der Tankcontainer-Dienstleister Köppen aus Duisburg. Er transportiert damit vor allem Container mit einer Spezialchemie für Pipelines. Weitere Spezialität am neuen Chassis ist ein spezielles Wägesystem, bei dem der Container auf vier präzisen Wägezellen lagert.

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#Fliegl Trailer

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