IRU und T&E fordern EU-Dialog zur Zukunft des Straßengüterverkehrs

03.09.2026 12:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Lkw-Versicherung
Symbolbild: IRU und T&E sehen Handlungsbedarf bei E-Lkw
© Foto: scharfsinn86/stock.adobe.com

Die Verbände IRU und Transport & Environment drängen auf einen strategischen EU-Dialog zum emissionsfreien Straßengüterverkehr. Im Fokus stehen Infrastruktur, Energiepreise und Investitionssicherheit.

Der internationale Straßengüterverkehr sieht sich nach Einschätzung der Verbände IRU (International Road Transport Union) und Transport & Environment (T&E) mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert. Steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die Folgen des Klimawandels erschwerten den Übergang zu emissionsfreien Nutzfahrzeugen erheblich.

In einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordern beide Organisationen deshalb einen hochrangigen strategischen Dialog zur Zukunft des europäischen Straßengüterverkehrs.


Hürden beim Umstieg auf emissionsfreie Lkw

Nach Ansicht der Verbände reichen technologische Fortschritte allein nicht aus, um die Transformation des Güterverkehrs erfolgreich umzusetzen. Notwendig seien vielmehr koordinierte Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

An dem vorgeschlagenen Dialog sollen neben Verkehrsunternehmen auch Fahrzeughersteller, Energieversorger, Infrastrukturbetreiber und Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligt werden. Ziel ist es, bestehende Hemmnisse beim Markthochlauf emissionsfreier Fahrzeuge gemeinsam zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln.



Infrastruktur bleibt entscheidender Faktor

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem der Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur sowie die Verfügbarkeit leistungsfähiger Stromnetze. Nach Einschätzung von IRU und T&E hängen weitere Fortschritte maßgeblich davon ab, ob ausreichend Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitgestellt werden kann.

Darüber hinaus verweisen die Organisationen auf die Bedeutung verlässlicher Finanzierungs- und Förderbedingungen für Unternehmen, die in neue Fahrzeugtechnologien investieren wollen.


Wichtige EU-Regelwerke stehen vor Überprüfung

Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem zentrale europäische Regelungen überprüft werden. Dazu zählen die Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) sowie die CO₂-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge.

Beide Rechtsakte gelten als wichtige Bausteine für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs und werden erhebliche Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen von Herstellern und Transportunternehmen haben.



Verbände warnen vor Verzögerungen

Nach Ansicht der Verbände könnten fehlende Infrastruktur, hohe Energiekosten und unzureichende Rahmenbedingungen den Hochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge deutlich verlangsamen.

Gleichzeitig sehen sie in der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs eine Chance, die Abhängigkeit Europas von fossilen Energieimporten zu verringern und die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken.

Gemeinsame Lösungen gefordert

IRU und T&E sprechen sich deshalb für einen breiten Austausch aller Beteiligten aus. Der Übergang zu klimafreundlichen Transportlösungen könne nur gelingen, wenn politische Zielsetzungen, technische Entwicklungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen besser aufeinander abgestimmt werden.

Die Verbände sehen darin eine wichtige Voraussetzung, um Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz im europäischen Güterverkehr künftig miteinander zu verbinden.


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