Die Preise im europäischen Straßengüterverkehr haben im zweiten Quartal 2026 spürbar angezogen. Das geht aus dem aktuellen gemeinsamen Marktbericht von IRU, Upply und Transport Intelligence (Ti) hervor. Sowohl Kontrakt- als auch Spotraten legten deutlich zu und beendeten damit die eher verhaltene Entwicklung der vergangenen Quartale.
Hauptursache für den Anstieg sind nach Einschätzung der Analysten vor allem die gestiegenen Betriebskosten. Eine stärkere Nachfrage nach Transportleistungen spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Neben den Kraftstoffkosten erhöhten sich auch die allgemeinen Betriebskosten im Straßengüterverkehr. Nach den vorliegenden Daten stiegen die Kosten für Fernverkehrstransporte innerhalb eines Jahres um rund zehn Prozent.
Dieser Kostendruck wirkte sich sowohl auf langfristige Transportverträge als auch auf kurzfristige Spotmarktpreise aus. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den Spotraten aus.
Während die Preise steigen, zeigt sich bei den Transportmengen ein differenziertes Bild. Zwar lagen die Warenströme zwischen den wichtigsten europäischen Wirtschaftsräumen weiterhin unter dem Vorjahresniveau, der Rückgang fiel jedoch deutlich geringer aus als noch zu Jahresbeginn.
Die Studienautoren sehen darin erste Anzeichen einer Stabilisierung des Marktes. Von einer nachhaltigen Erholung könne jedoch noch nicht gesprochen werden.
Für die zweite Jahreshälfte rechnen die Analysten mit anhaltend hohen Frachtraten. Solange die Energiepreise auf erhöhtem Niveau bleiben, dürften viele Unternehmen ihre zusätzlichen Kosten weiter an die Verlader weitergeben.
Gleichzeitig könnte eine schwächere Industrienachfrage den Preisanstieg begrenzen. Wie sich der Markt entwickelt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Energiepreise, der geopolitischen Lage sowie der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ab.
Die Stimmung im europäischen Straßengüterverkehr hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Laut dem aktuellen Road Freight Sentiment Index rechnen viele Marktteilnehmer in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Transportpreisen.
Damit bleibt der europäische Straßengüterverkehr auch im zweiten Halbjahr von hohen Kosten, knappen Kapazitäten und anhaltender Unsicherheit geprägt.