IRU-Bericht: Europäische Frachtraten steigen deutlich an

13.08.2026 13:24 Uhr | Lesezeit: 3 min
Straßengüterverkehr
Straßengüterverkehr wird teurer
© Foto: VIX/ AdobeStock

Steigende Dieselpreise und höhere Betriebskosten haben die europäischen Frachtpreise im zweiten Quartal 2026 deutlich steigen lassen.

Die Preise im europäischen Straßengüterverkehr haben im zweiten Quartal 2026 spürbar angezogen. Das geht aus dem aktuellen gemeinsamen Marktbericht von IRU, Upply und Transport Intelligence (Ti) hervor. Sowohl Kontrakt- als auch Spotraten legten deutlich zu und beendeten damit die eher verhaltene Entwicklung der vergangenen Quartale.

Hauptursache für den Anstieg sind nach Einschätzung der Analysten vor allem die gestiegenen Betriebskosten. Eine stärkere Nachfrage nach Transportleistungen spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.


Dieselpreise als größter Kostentreiber

Besonders die Entwicklung der Kraftstoffpreise belastete die Branche. Die Dieselpreise in der Europäischen Union lagen im zweiten Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau und erreichten im April zwischenzeitlich ihren Höchststand.

Auslöser waren vor allem die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus, die erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte hatten. Die gestiegenen Kraftstoffkosten konnten viele Transportunternehmen nicht mehr vollständig selbst tragen und gaben sie zunehmend an ihre Kunden weiter.



Betriebskosten steigen kräftig

Neben den Kraftstoffkosten erhöhten sich auch die allgemeinen Betriebskosten im Straßengüterverkehr. Nach den vorliegenden Daten stiegen die Kosten für Fernverkehrstransporte innerhalb eines Jahres um rund zehn Prozent.

Dieser Kostendruck wirkte sich sowohl auf langfristige Transportverträge als auch auf kurzfristige Spotmarktpreise aus. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den Spotraten aus.

Transportvolumen stabilisieren sich

Während die Preise steigen, zeigt sich bei den Transportmengen ein differenziertes Bild. Zwar lagen die Warenströme zwischen den wichtigsten europäischen Wirtschaftsräumen weiterhin unter dem Vorjahresniveau, der Rückgang fiel jedoch deutlich geringer aus als noch zu Jahresbeginn.

Die Studienautoren sehen darin erste Anzeichen einer Stabilisierung des Marktes. Von einer nachhaltigen Erholung könne jedoch noch nicht gesprochen werden.


Fahrermangel bleibt strukturelles Problem

Zusätzlichen Druck auf die Transportkapazitäten übt weiterhin der Mangel an Berufskraftfahrern aus. Europaweit bleibt ein erheblicher Teil der Fahrerstellen unbesetzt.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Personal wirkt sich unmittelbar auf die Transportkapazitäten aus und zählt weiterhin zu den wichtigsten Herausforderungen der Branche.



Weitere Preissteigerungen möglich

Für die zweite Jahreshälfte rechnen die Analysten mit anhaltend hohen Frachtraten. Solange die Energiepreise auf erhöhtem Niveau bleiben, dürften viele Unternehmen ihre zusätzlichen Kosten weiter an die Verlader weitergeben.

Gleichzeitig könnte eine schwächere Industrienachfrage den Preisanstieg begrenzen. Wie sich der Markt entwickelt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Energiepreise, der geopolitischen Lage sowie der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ab.

Branche erwartet steigende Preise

Die Stimmung im europäischen Straßengüterverkehr hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Laut dem aktuellen Road Freight Sentiment Index rechnen viele Marktteilnehmer in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Transportpreisen.

Damit bleibt der europäische Straßengüterverkehr auch im zweiten Halbjahr von hohen Kosten, knappen Kapazitäten und anhaltender Unsicherheit geprägt.


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