Test von Megawattladen im Fernverkehr

20.03.2026 13:45 Uhr | Lesezeit: 3 min
eActros_Bruecke_Testfahrt
Die beiden Elektro-Lkw waren auf einer rund 2400 Kilometer langen Teststrecke unterwegs
© Foto: Daimler Truck

Die Langstrecken-Testfahrt mit zwei Mercedes-Benz eActros 600 hat wichtige Erkenntnisse für Megawattladen im Fernverkehr geliefert.

Mercedes-Benz Trucks hat zwei Mercedes-Benz eActros 600 Test-Lkw auf einer Langstrecken-Testfahrt erprobt, wobei vor allem das Laden mit dem Megawatt Charging System (MCS) Standard getestet wurde. Im Anschluss an die Tests machte einer der beiden MCS‑fähigen eActros 600 noch einen Abstecher zum Polarkreis, wo er bei Temperaturen bis –20 °C zusätzliche Wintertests absolvierte, bevor auch er die Heimfahrt in den Süden antrat. Die Testfahrt führte laut Lkw-Hersteller über eine Strecke von rund 2400 Kilometern von Deutschland über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Schweden.

Ladeleistungen auch bei niedrigen Temperaturen

„Die Testfahrten und die Wintererprobung lieferten für uns wichtige Erkenntnisse zum Megawatt-Ladestandard, insbesondere in Bezug auf das Batteriewärmemanagement und die Interoperabilität zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur“, erklärte Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components bei Mercedes-Benz Trucks. Die Untersuchungen hätten bestätigt, dass „Ladeleistungen im Megawatt-Bereich auch bei niedrigen Temperaturen möglich sind, sofern die Batterie eine ausreichend hohe Betriebstemperatur aufweist“. Da man davon ausgehen, dass „Megawattladen in der Praxis in der Regel während der gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitpause nach einem Fahrzyklus erfolgt“, sei diese Voraussetzung im realen Einsatz gegeben“, führte Ziegler aus.

System ist laut Hersteller praxistauglich

Die Fahrzeuge wurden während der Fahrt entlang der Teststrecke sowohl an öffentlichen als auch an privaten, speziell für Lkw vorgesehen MCS-Standorten geladen. Das Ziel der Testfahrt sei es gewesen, die „bestmögliche Kompatibilität zwischen Fahrzeug und den Megawatt-Ladesäulen verschiedener Hersteller sicherzustellen“ sowie Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit des Ladens bei winterlichen Bedingungen zu sammeln. Im Rahmen der Testfahrten wurden „an mehreren Ladepunkten bereits erfolgreiche Ladevorgänge realisiert, die die grundsätzliche Praxistauglichkeit des Systems belegen“, sagte Peter Ziegler.

Megawattladen als zentrales Element

Man sehe im Megawattladen „ein zentrales Element für die globale Elektrifizierung des schweren Fernverkehrs und unterstützen den MCS-Standard als offene, herstellerübergreifende Lösung“, betonte Ziegler. Angesichts der Marktentwicklung bei batterieelektrischen Nutzfahrzeugen gewinne ein „einheitlicher, international kompatibler Ladestandard“ zunehmend an Bedeutung. „MCS schafft aus unserer Sicht die Grundlage für Interoperabilität, Skalierung und Investitionssicherheit über Märkte und Hersteller hinweg“, so Ziegler weiter.

Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur

Mit Blick auf die nächsten Schritte, die Mercedes-Benz Trucks geplant hat, sagte Ziegler, man werde in den kommenden Monaten weitere Tests zur Interoperabilität mit verschiedenen Ladesäulenherstellern durchführen, „um das Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur weiter zu präzisieren“. Parallel dazu beteilige sich Daimler Truck als Industriepartner am Projekt „HoLa Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr“ und werde im Laufe des Jahres den eActros 600 in die Erprobung der Hochleistungsladeinfrastruktur im Realbetrieb einbringen. In der zweiten Jahreshälfte will man mit den ersten Kundenerprobungen von MCS-fähigen eActros 600 im realen Logistikbetrieb beginnen.


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