Drahtlose Barcode-Scanner können ein bislang wenig beachtetes Cyberrisiko für Lager- und Logistiksysteme darstellen. Sicherheitsforscher von Kaspersky haben einen Angriffsweg untersucht, bei dem eine unzureichend geschützte Funkverbindung zwischen Handscanner und Basisstation für unautorisierte Befehle genutzt werden kann.
Im ungünstigen Fall könnten Angreifer darüber zunächst auf einen angeschlossenen Computer zugreifen. Abhängig von dessen Berechtigungen und Verbindungen könnten anschließend weitere Teile der IT- und OT-Infrastruktur eines Lagerstandorts betroffen sein.
Fehlende Authentifizierung bei Barcode-Scannern
Im untersuchten Szenario kommuniziert ein drahtloser Handscanner mit einer Basisstation, die wiederum an einen Computer oder ein anderes betriebliches System angeschlossen ist. Kaspersky stellte bei untersuchten Geräten eine fehlende Authentifizierung zwischen Scanner und Basisstation fest.
Ein Angreifer innerhalb der erforderlichen Funkreichweite könnte diese Verbindung potenziell missbrauchen und Eingaben an das angeschlossene System übertragen. Der betreffende Computer kann diese anschließend wie reguläre Nutzereingaben verarbeiten.
Die Sicherheitsforscher beobachteten das Angriffsmuster nach eigenen Angaben bei Geräten verschiedener Hersteller.
Angriffe könnten weitere Lagersysteme erreichen
Das eigentliche Risiko endet damit nicht beim Barcode-Scanner. Entscheidend ist vielmehr, auf welche Systeme der angeschlossene Rechner zugreifen kann.
Unter entsprechenden Voraussetzungen könnte der erste Zugriff deshalb als Ausgangspunkt für weitere Angriffe innerhalb des Lagernetzwerks dienen. Kaspersky hält vergleichbare Angriffsszenarien zudem bei anderen vernetzten Geräten für denkbar, darunter mobile Datenterminals und Thermodrucker.
Dadurch könnten auch zentrale Anwendungen wie Warehouse-Management-Systeme in den Fokus geraten.