Studie: Cyberrisiken steigen in Transportunternehmen

15.06.2026 10:18 Uhr | Lesezeit: 3 min
Cyber Attacken umgehen
Studie mahnt mehr IT‑Sicherheit in der Logistik an (Symbolbild)
© Foto: Skórzewiak/stock.adobe.com

Viele Logistik-KMU haben Nachholbedarf bei IT‑Sicherheit. Cyberrisiken steigen – besonders entlang der Lieferketten bleibt die Branche anfällig.

Studie sieht Nachholbedarf bei IT‑Sicherheit in Logistik-KMU

Die IT‑Sicherheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Transport- und Logistikbranche bleibt ausbaufähig. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Steinbeis‑Transferzentrums Internationales Transportwesen gemeinsam mit der Inventry GmbH.

Mit der zunehmenden Digitalisierung von Lieferketten steigt die Bedeutung sicherer IT‑Strukturen deutlich – gleichzeitig fehlen vielen KMU weiterhin Ressourcen und systematische Ansätze.

Cyberrisiken nehmen zu

Die befragten Unternehmen bewerten die Bedeutung von IT‑Sicherheit als mittel bis relevant, sehen sich aber gleichzeitig einer wachsenden Bedrohungslage ausgesetzt. Cyberangriffe treten demnach nicht mehr nur vereinzelt auf, sondern bewegen sich auf einem bereits spürbaren Niveau.

Damit wird deutlich, dass die Branche zunehmend ins Visier digitaler Angriffe gerät.

Sicherheitsmaßnahmen vorhanden, aber nicht ausreichend

Viele Unternehmen setzen bereits grundlegende Schutzmaßnahmen ein. Dazu zählen unter anderem:

  • interne Sicherheitsrichtlinien
  • regelmäßige Mitarbeiterschulungen
  • Backup‑Systeme zur Sicherung der IT‑Verfügbarkeit
  • Zugriffsschutz für sensible Daten

Auch Logging‑Systeme zur Erkennung von Sicherheitsvorfällen kommen zum Einsatz. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass diese Maßnahmen häufig nicht durchgängig strukturiert umgesetzt sind.

Menschlicher Faktor als Risiko

Neben technischen Schwachstellen sehen die Unternehmen auch organisatorische Risiken. Themen wie:

  • Mitarbeiterfluktuation
  • fehlende Sensibilisierung
  • oder interne Unzufriedenheit

können Sicherheitslücken begünstigen. Entsprechend gewinnt die Qualifizierung der Belegschaft weiter an Bedeutung.

Lieferketten als Schwachstelle

Die Studie macht deutlich, dass IT‑Sicherheit nicht isoliert betrachtet werden kann. Schwachstellen entstehen häufig entlang der gesamten Lieferkette, insbesondere bei kleineren Partnern mit begrenzten Ressourcen.

Deshalb fordern die Autoren eine stärkere Einbindung von Geschäftspartnern in Sicherheitskonzepte.

Mehr Struktur und Investitionen notwendig

Aus Sicht der Studienautoren besteht vor allem Bedarf bei systematischen Ansätzen. Empfohlen werden:

  • Einführung formaler IT‑Managementsysteme
  • regelmäßige Risikoanalysen
  • klar definierte Notfall- und Kontrollprozesse

Darüber hinaus seien zusätzliche finanzielle Mittel und Investitionen in moderne Sicherheitstechnologien notwendig.

EU‑Regulierung erhöht den Druck

Auch regulatorische Vorgaben wie NIS2 und DSGVO erhöhen die Anforderungen an Unternehmen. Künftig müssen Betriebe ihre IT‑Sicherheitsmaßnahmen stärker dokumentieren und nachweisen können.

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Branche wird Cybersecurity damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Fehlende Sicherheitsstrukturen können nicht nur zu Datenverlust, sondern auch zu Produktions- und Lieferausfällen führen.

Gerade angesichts digital vernetzter Prozesse wird IT‑Sicherheit zunehmend zur Voraussetzung für stabile und zuverlässige Lieferketten.


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