Cyberangriffe bleiben für mittelständische Unternehmen in Europa ein erhebliches Geschäftsrisiko. Zwar hat sich die Zahl der gemeldeten Vorfälle zuletzt stabilisiert, die finanziellen Folgen werden jedoch zunehmend gravierender. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Cyber Claims Report 2026 des Versicherers Chubb.
Demnach haben sich die durchschnittlichen Schadenssummen bei Cybervorfällen zwischen 2020 und 2025 verdreifacht, obwohl die Häufigkeit der Schäden auf den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre zurückgegangen ist.
Während KI Unternehmen dabei hilft, Sicherheitslücken schneller zu erkennen und Risiken zu analysieren, nutzen auch Cyberkriminelle die Technologie zunehmend für ihre Angriffe.
Dadurch nehmen Geschwindigkeit und Komplexität moderner Cyberattacken weiter zu. Unternehmen müssen sich deshalb auf immer professionellere Formen digitaler Angriffe einstellen.
Besondere Bedeutung haben weiterhin Ransomware-Angriffe. Dabei werden Daten verschlüsselt oder gestohlen, um Lösegeldzahlungen zu erzwingen.
Selbst wenn Unternehmen die Verschlüsselung ihrer Systeme verhindern können, entstehen häufig weitere Kosten durch Datenabflüsse, Meldepflichten gegenüber Behörden sowie umfangreiche Wiederherstellungsmaßnahmen.
Angesichts der steigenden Schadenssummen gewinnt das Thema Cyberversicherung für Unternehmen an Bedeutung. Neben finanzieller Absicherung bieten viele Anbieter inzwischen Unterstützung bei IT-Forensik, Krisenkommunikation, Rechtsfragen und der Wiederherstellung von Systemen an.
Vor allem kleinere Unternehmen verfügen häufig nicht über die Ressourcen, größere Cybervorfälle ohne externe Unterstützung zu bewältigen.
Experten empfehlen Unternehmen, Cyberrisiken nicht ausschließlich als IT-Thema zu betrachten. Vielmehr müsse Informationssicherheit Teil der Unternehmensstrategie werden.
Neben technischen Schutzmaßnahmen gehören dazu Mitarbeiterschulungen, Notfallpläne, die Überprüfung von Lieferkettenrisiken sowie der Einsatz moderner Analyse- und Sicherheitssysteme.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass Cyberangriffe für den Mittelstand weiterhin ein erhebliches Geschäftsrisiko darstellen. Auch wenn die Zahl der Vorfälle zuletzt nicht weiter gestiegen ist, sorgen höhere Schadenssummen und komplexere Angriffsszenarien für wachsenden Handlungsdruck.
Für viele Unternehmen wird deshalb nicht nur die Prävention, sondern auch die Absicherung gegen digitale Risiken zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil ihres Risikomanagements.