Die bestehenden Verkehrsträger besser nutzen – das ist das Ziel der Studiengesellschaft Kombinierter Verkehr (SGKV). An zentraler Stelle dafür steht jedoch das Wissen zum Kombinierten Verkehr (KV) – und das fehlt oft. Denn das Thema kommt in den Logistikausbildungen häufig zu kurz und auch manche langjährigen Mitarbeiter, die damit keine Berührungspunkte haben, können sich unter dem Begriff nicht viel vorstellen. Deshalb hat die SGKV die „Intermodal Academy“ entwickelt.
Zusatzangebot Kombinierter Verkehr: Die Intermodal Academy
Weil sowohl vielen Logistik-Azubis als auch Mitarbeitenden in Logistikunternehmen das Systemverständnis im Kombinierten Verkehr fehlt, hat die SGKV die Intermodal Academy aufgebaut. So soll das Wissen spielerisch und niedrigschwellig weiter verbreitet werden
Was ist die Intermodal Academy?
Die Intermodal Academy ist eine Lernplattform der SGKV, die das Thema Kombinierter Verkehr sowohl Azubis als auch Mitarbeitenden in Unternehmen der Logistikbranche effizient näherbringen soll.
Sie umfasst verschiedene Online-Kurse auf Deutsch und Englisch, KV-Schulungen, multimediale Inhalte, praxisnahe Simulationen im Intermodal LAB sowie die Möglichkeit, eigene KV-Szenarien für Übungen einzupflegen.
Diese kann man mit einer Monatslizenz über intermodal-academy.de buchen. Nach jeder Kurseinheit erhalten dieTeilnehmenden ein Zertifikat, das ihre Lernfortschritte dokumentiert.
Mangel in der Ausbildung
Die Tools zur Wissensvermittlung wurden auch aufgesetzt, um Einblicke in die verschiedenen Berufe in Häfen und deren Umfeld zu geben, berichtet er: „Wir haben 429 Logistikberufsschüler bis zum dritten Ausbildungsjahr zu ihrem Systemverständnis verschiedener Aspekte des Kombinierten Verkehrs befragt. Rund zwei Drittel sagten, dass sie eigentlich gar nicht wissen, wie das funktioniert. So haben wir bei der SGKV gemerkt, dass der Bedarf da ist, und das nicht nur im dispositiven Bereich, sondern vermittelt als Grundlagen“, führt Bochynek weiter aus: „Wir wollen das Onboarding zum Thema beschleunigen. Sodass es für die Berufsschullehrer, Ausbilder und Azubis niederschwellig zugänglich ist und das Thema Schiene und Binnenschifffahrt, beziehungsweise allgemein der Kombinierte Verkehr noch stärker in die Ausbildung integriert werden.“ Damit solle langfristig das allgemeine Systemverständnis KV verbessert werden.
Niedrigschwellige Wissensvermittlung
„Es ist eine relativ einfache, spielerische Vermittlungsweise. Die Leute sollen Spaß daran haben, sich mit dem Thema KV auseinanderzusetzen“, betont Bochynek. Es solle keine Zwangsaufgabe sein, sondern Lust darauf machen, dieses System kennenzulernen und zu verstehen.
„Es gibt in der Intermodal Academy auch das sogenannte LAB, wo man Verkehre ‚durchsimulieren‘ kann“, zeigt Bochynek: Anhand von fiktiven oder tatsächlichen Unternehmensdaten können die Nutzer dann Transporte disponieren und dabei beispielsweise „mindestens zwei verschiedene Verkehrsträger nutzen“. Der Einsatz der Plattform soll zudem flexibel möglich sein: Ob für Azubis, die neu im Unternehmen schon selbst anfangen können zu lernen, sowie für Quereinsteiger, die so schneller in die betrieblichen Prozesse eintauchen können.
Die zweite Variante des Kurses ist der Online-KV-Kurs Pro. „Dieser kann einfach in jedem Unternehmen integriert werden. Und da gibt es viele Möglichkeiten“, erklärt Bochynek: Vom Erstellen von speziellen Lernkarten, dem Verwenden von eigenen Farben oder Kranmodellen bis zu nochmal vereinfachten Versionen als sogenannten „Advanced-Kurs“, den etwa der Hafen Duisburg in sein eigenes Lernmanagementsystem integriert hat. „Da haben wir den Inhalt aufbereitet, mit Duisport zusammen angepasst und sie haben dann sämtliche Mitarbeiter daran teilnehmen lassen.“
Ausblick
Allgemein müsse der KV mehr berücksichtigt und bekannter werden, findet Bochynek, auch aus Umweltfragen, damit das Thema in der Branche bekannter und verständlicher wird: „Es ist eine Systemfrag: Wenn ich mit dem System nichts anfangen kann, werde ich nicht plötzlich darauf ausweichen.“ Besonders sind da allerdings die Ausbildungsverantwortlichen gefragt, betont er. Wenn etwa Ausbilder die Inhalte selbst nicht vermitteln können, müssen regionsweise Kurse angeboten werden, an denen die werdenden Logistiker teilnehmen können, denn: „Wenn man es nicht angeht, wird sich schlicht nichts ändern“, ist sich Bochynek sicher.
Die SGKV habe nun das Material zur Verfügung gestellt, das die Lehrenden und Unternehmen flexibel nutzen können. Damit seien die wichtigsten Grundlagen geschaffen, um Wissen über den KV in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren. Nun komme es darauf an, dass die Angebote aktiv genutzt und in den betrieblichen Alltag eingebunden werden.