Die modulare Plattform Tectrans II habe das Ziel der „der wirtschaftlichen, vielfältigen und zuverlässigen Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen – auch für zukünftige“, so der Batteriehersteller CATL. Dies werde durch eine Konfiguration von einer flexiblen Anzahl standardisierter Batteriepacks gewährleistet. Daneben biete die Plattform eine vollständige Kompatibilität mit E-Achsen und Zentralantriebsarchitekturen. Zudem verringere die Möglichkeit eines flexiblen Wechsels zwischen Lade- und Batteriewechselmodellen das „Risiko einer Bindung an einen einzigen technologischen Ansatz“, so CATL bei der Vorstellung von Tectrans II.
Schnellere Modelleinführungen ermöglichen
Durch eine Standardisierung externer Einbaumaße, elektrischer Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle werde die fahrzeugseitige Schnittstellenkompatibilität gewährlistet, führt CATL weiter aus. Dies stelle sicher, dass „neue und bestehende Fahrzeugmodelle von zukünftigen Batterietechnologie-Weiterentwicklungen profitieren, ohne dass grundlegende Änderungen an der Fahrzeugplattform erforderlich sind“. CATL geht davon aus, dass der modulare Aufbau OEMs dabei unterstützen könne, ihre Entwicklungszyklen für komplette Fahrzeuge um 50 Prozent zu verkürzen und die Forschungs- sowie Entwicklungskosten sogar „um bis zu 70 Prozent“ zu senken. Dies würde schnellere Modelleinführungen und geringere Anpassungskosten ermöglichen.
Mehr Wirtschaftlichkeit für Flottenbetreiber
Mit der modularen Plattform soll auch für Flottenbetreiber eine verbesserte Wirtschaftlichkeit einhergehen. So ermögliche die gravimetrische Energiedichte von 170 Wh/kg die Beförderung von etwa 0,6 Tonnen zusätzlicher Nutzlast bei gleichbleibender Batteriekapazität. Daneben biete Tectrans II in ihrer Maximalkonfiguration eine Reichweite für Nutzfahrzeuge von bis zu 1.000 Kilometer. Dies trage dazu bei, die Ladezeiten auf Langstrecken zu verkürzen. Insgesamt geht CATL davon aus, dass ein Batteriewechsel über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg entfalle, was zu einem höheren Restwert der Flottenfahrzeuge beitrage: Die TectransII-Batterie für Schwerlast-Lkw ist auf eine Lebensdauer von 12 Jahren bzw. 1,5 Millionen Kilometern bei einer Kapazitätserhaltung von 70 Prozent ausgelegt.
Schutz vor physischen und digitalen Gefahren
Hinsichtlich des physischen Schutzes bietet die modulare Plattform Tectrans II laut CATL verschiedene Maßnahmen. Die obere Abdeckung besteht aus Stahl und hält laut Anbieter „10.000-maligem wiederholtem Auftreten eines 180 Kilogramm schweren Erwachsenen stand, ohne sich dabei zu verformen“. Die Unterbodenschutzplatte bietet eine Stoßfestigkeit von 1.000 J, um den Akku vor möglichen Stößen durch die Fahrbahn zu schützen. Der Gehäuseschutz aus Aluminium-Seitenträgern mit Druckrippen gewährleiste zudem eine Seitenaufprallfestigkeit von 250 kN. CATL bietet bei Tectrans II 15 Jahre Korrosionsbeständigkeit. Ein mehrschichtiger Schutz – von der Chip-Hardware über die Software bis hin zum Fahrzeugsystem – biete Schutz vor Cyberangriffen im Rahmen internationaler Standards für die Informationssicherheit.
Kooperation mit der DHL Group
Neben der Vorstellung der modularen Plattform unterzeichnete CATL eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit der DHL Group – aufbauend auf der im September 2024 unterzeichneten globalen Absichtserklärung. Beide Unternehmen verpflichten sich im Rahmen dieser Vereinbarung, grüne Güterverkehrskorridore in ganz Europa zu entwickeln. Dabei soll der Schwerpunkt auf Elektrifizierung und Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs liegen. Die Partner beabsichtigen, stark frequentierte Güterverkehrsrouten zu identifizieren und das Dekarbonisierungspotenzial, die Lebenszykluskosten sowie die Infrastrukturbereitschaft jedes Korridors systematisch zu bewerten.
Zusammenarbeit mit OEMs geplant
Um dies zu verwirklichen, sollen das Logistiknetzwerk, die operative Expertise und die praktischen Transportanforderungen von DHL mit der Batterietechnologie und dem Elektrifizierungs-Ökosystem von CATL kombiniert werden, hieß es auf der IAA Transportation. Zudem wollen CATL und DHL Group mit OEMs zusammenarbeiten, um speziell für diesen Zweck entwickelte Elektrofahrzeuge zu entwickeln sowie Pilotprojekte zu realisieren. „Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen ist die dritte Welle der globalen Energiewende“, fasste Akin Li, Executive President von CATL Overseas Business, die aktuellen Entwicklungen zusammen.