Mit dem Start von Rock im Park wird Nürnberg erneut zum Standort eines großflächigen temporären Veranstaltungsbetriebs, wie die dpa näher betrachtet hat: Das Musikfestival ist in diesem Jahr ausverkauft, täglich werden vom 5. bis zum 7. Juni 2026 rund 80.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Austragungsort ist ein rund 200 Hektar großes Areal auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, dem Volksfestplatz sowie angrenzenden Parks und Parkflächen.
Nach Angaben der Veranstalter ist das Festivalgelände damit größer als in den Vorjahren. Die eigentlichen Bühnenareale machen dabei nur einen Teil des Areals aus. Hinzu kommen umfangreiche Campingzonen, Verkehrsflächen sowie Logistik- und Technikbereiche.
Wie die Festivalreinigung wirklich funktioniert haben wir bereits bei VR-Funk untersucht.
Vier Wochen Aufbau für temporäre Infrastruktur
Der Aufbau des Festivals beginnt mehrere Wochen vor dem ersten Konzert. Laut Veranstalter sind seit rund vier Wochen mehrere hundert Mitarbeitende mit der Errichtung der Infrastruktur beschäftigt. Dazu zählt unter anderem der Aufbau von insgesamt 32 Kilometern Zaunanlagen zur Geländeabgrenzung und Besucherlenkung.
Zusätzlich wurden etwa 40.000 Quadratmeter Bodenabdeckungen verlegt.
Bühnenbau, Technik und Energieversorgung
Ein zentraler Bestandteil des Aufbaus ist die technische Infrastruktur für die Konzerte: 90 Gerüstbauer errichten zwei Hauptbühnen sowie sechs Techniktürme. Für die Stromversorgung des gesamten Geländes wurden rund 60 Kilometer Stromkabel verlegt.
Logistik für Künstler, Fahrzeuge und Backstage
Neben dem Publikumsbetrieb erfordert auch die Künstler- und Backstage-Logistik eine detaillierte Planung. Auf dem Gelände müssen etwa 100 Schlafbusse sowie rund 120 Lastwagen der Bands koordiniert untergebracht werden. Diese Fahrzeuge dienen als mobile Unterkünfte, Techniklager und Transportmittel.
Sicherheits- und Rettungskonzept im Einsatz
Der laufende Festivalbetrieb wird aus einer zentralen Sicherheitszentrale überwacht. Von dort aus werden sowohl das Veranstaltungsgeschehen als auch das Verkehrsaufkommen rund um das Gelände koordiniert.
Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes sind während der drei Veranstaltungstage mehr als 1700 Rettungskräfte im Einsatz. Sie sind auf dem Gelände verteilt und in die Sicherheitsstruktur eingebunden.
Verpflegung als eigenständiger Versorgungsbetrieb
Die Versorgung von Personal, Dienstleistern und Künstlern erfolgt über eine eigene Großküche. Dort werden während der drei Festivaltage insgesamt rund 125.000 Mahlzeiten für Mitarbeitende und externe Dienstleister zubereitet.
Für die auftretenden Künstlerinnen und Künstler kommen weitere 2500 Mahlzeiten hinzu. Ergänzt wird die Infrastruktur durch eine eigene Festival-Wäscherei, die den mehrtägigen Betrieb unterstützt.
Kostenfaktoren für Festivalbesucher
Das Wochenendticket für Rock im Park kostet in diesem Jahr durchschnittlich rund 300 Euro und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Im Ticketpreis enthalten sind drei Tage Live-Musik sowie Camping- und Parkmöglichkeiten.
Zusätzliche Kosten entstehen vor allem durch die Anreise. Nach Berechnungen des Landesamts für Statistik lagen die Kraftstoffpreise im Mai um 16,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch Bahntickets waren etwas teurer.
Günstiger als im Vorjahr waren dagegen Campingartikel wie Zelte, Schlafsäcke und Luftmatratzen. Höhere Preise mussten Festivalbesucher hingegen für typische Lebensmittel und Getränke wie Dosengerichte, Fertigprodukte, Bier, Limonade und Mineralwasser einplanen.