Die Deutsche Bahn richtet ihre Konzernstrategie neu aus und verabschiedet sich von früheren Wachstumszielen. Statt ambitionierter Vorgaben wie der Verdopplung der Fahrgastzahlen steht künftig eine realistische und schrittweise Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt.
Im Fokus der Neuausrichtung stehen vor allem Verlässlichkeit, Qualität im Betrieb und wirtschaftliche Stabilität.
Pünktlichkeit erst langfristig im Fokus
Die Ziele bei der Pünktlichkeit werden deutlich nach hinten verschoben. Erst in den 2030er Jahren strebt das Unternehmen wieder Werte von 80 Prozent und mehr im Fernverkehr an.
Hintergrund sind anhaltende Probleme im Netzbetrieb und eine überalterte Infrastruktur, die den Bahnbetrieb seit Jahren belasten.
Drei Phasen für den Umbau
Der Konzernumbau ist in mehrere Etappen gegliedert:
- 2026: Grundlagen für die Neuausrichtung schaffen
- 2027 bis 2030: Fokus auf Sanierung des Schienennetzes
- bis 2035: spürbare Verbesserungen für Fahrgäste
In der letzten Phase sollen Qualität und Pünktlichkeit deutlich steigen.
Mehr Verantwortung in den Regionen
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die Stärkung regionaler Einheiten. Künftig sollen lokale Manager stärker für Qualität und Betrieb verantwortlich sein.
Während eine zentrale Steuerung bestehen bleibt, soll die operative Umsetzung stärker dezentral erfolgen.
Verschlankung der Konzernstruktur
Finanzielle Stabilisierung geplant
Neben operativen Verbesserungen verfolgt der Konzern auch wirtschaftliche Ziele. Bereits im laufenden Jahr soll erstmals seit längerer Zeit wieder ein positives Ergebnis erzielt werden.
Bis 2030 wird eine deutliche Verbesserung der Ertragslage angestrebt.