Citipost; Schwäbischer Verlag Drexler, Gessler; Südwest-Mail Brief + Service; Postholding Süd; Marketing Service Magdeburg und die PIN AG bündeln ihre Aktivitäten im Postmarkt. Die sechs Gesellschafter aus der Brief- und Medienbranche haben dafür zu gleichen Teilen das Gemeinschaftsunternehmen „Deutschlandversand“ mit Sitz in Hannover gegründet. Das teilt das Unternehmen mit. Deutschlandversand sei aber weiterhin für neue Partner offen.
Großversender erhalten Netz-Zugang
Mit „Deutschlandversand“ erhalten bundesweite Großversender damit nun einen Ansprechpartner, einen Qualitätsstandard und Zugang zu dem gemeinsamen Netz, heißt es seitens des neuen Anbieters. Das Joint Venture bündele dafür den nationalen Vertrieb und steuere das Netz zentral. „Wir bieten, was bundesweite Versender heute brauchen: einen zentralen Ansprechpartner, ein gemeinsam gesteuertes Netz und die Zustellung durch erfahrene regionale Briefdienste”, betont Jörg Kosel, Geschäftsführer des neuen Deutschlandversand.
Die regionalen Briefdienste bleiben dafür weiterhin eigenständige Unternehmen mit eigener regionaler Marktverantwortung und das Rückgrat der Zustellung. „Der neue Deutschlandversand bringt die Mengen, die regionalen Briefdienste bringen die Fläche”, betont Kosel. „Jeder bleibt in seiner Rolle, und beide Seiten werden dadurch stärker.”
Zwei Übernahmen und neue Struktur
Im ersten Schritt übernimmt der neue Deutschlandversand dafür die beiden Unternehmen DVS - Deutscher Versand Service sowie Xendis. Beide seien für das nationale Geschäft zentral, betont Deutschlandversand. So sei DVS im B2B-Markt die Nummer zwei, während die Zustellgesellschaft Xendis einen bedeutenden Teil der Haushalte in Nordrhein-Westfalen beliefere. Die Verträge seien unterzeichnet, heißt es weiter.Der Rechtsübergang erfolge mit der Eintragung ins Handelsregister.
Ab dem 1. Januar 2027 soll die neue Struktur umgesetzt werden. Dabei sollen das nationale Geschäft des bisherigen Deutschlandversand und des Dialogpost-Spezialisten PIN Direkt sowie das Zustellnetz Mail Alliance unter dem Dach des neuen Deutschlandversand zusammengeführt werden. Künftig sollen nationaler Vertrieb und Netzsteuerung aus einer Hand erfolgen.
Warum der Markt Bündelung braucht
Seit der vollständigen Liberalisierung 2008 blieb der Wettbewerb im deutschen Briefmarkt fragmentiert: viele Anbieter, parallele Strukturen in Vertrieb und Transport, wiederholte Insolvenzen. Im nationalen Geschäft arbeiteten die Anbieter größtenteils nebeneinander. In einem solchen Markt besteht nur, wer Vertrieb und Netz bündelt. „Erfolgreich sind wir, wenn Kunden bundesweit über uns versenden, unsere regionalen Partner mehr Mengen bekommen und der neue Deutschlandversand für verlässliche Qualität im Briefmarkt steht”, so Geschäftsführer Kosel.