Der Aufsichtsrat der DB Cargo AG hat die Weichen für die nächste Phase der Sanierung gestellt und die Neuaufstellung des Vorstands beschlossen. Das bestätigt das Unternehmen gegenüber der VerkehrsRundschau auf Anfrage. Außerdem werde DB Cargo künftig nicht mehr von sechs, sondern von vier Vorständen geführt werden. DB Cargo richte mit der neuen Vorstandsstruktur seine Führung konsequent auf die anstehenden Aufgaben aus, wird betont, setze eingeschlagenen Sanierungskurs entschlossen fort.
Thomas Vogel wechselt von DHL zu DB Cargo
Bernhard Osburg bleibt demnach Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Ebenso im Vorstandsteam bleiben Oliver Tietze, Vorstand Finanzen, Controlling & Chief Restructuring Officer, und Tanja Fuchs, Vorständin Personal & Arbeitsdirektorin. Weiteres Vorstandsmitglied von DB Cargo wird zum 15. Februar 2027 Thomas Vogel. Als Chief Operating Officer werde er dann die Geschäftsverantwortung für Vertrieb und Produktion in den Bereichen Kombinierter Verkehr und Bahnlogistik bei DB Cargo übernehmen, heißt es. Zuvor war Vogel bei DHL für das europäische Freight Netzwerk verantwortlich und hatte später als CEO die Region DACH, UK & Irland für das europäische Straßentransportgeschäft bei DHL verantwortet.
Wer den DB-Cargo-Vorstand nun verlässt
Im Zuge der Neuaufstellung des Vorstands werden dagegen, wie DB Cargo bestätigt, Ralf Günter Kloß, Vorstand Kombinierter Verkehr, und Pierre Timmermanns, Vorstand Bahnlogistik, aus dem Vorstand auf eigenen Wunsch ausscheiden. Martina Niemann, bislang Vorständin für Sonderaufgaben/Special Tasks, werden zudem ihr Vorstandsressort noch bis Ende 2026 wahrnehmen.
Hintergründe zu DB Cargo
Der Druck auf DB Cargo ist derzeit massiv, weil das die Schienengüterverkehrs-Tochter der Deutschen Bahn ihre Sanierung trotz deutlicher Fortschritte wohl nicht schaffen wird. Grund dafür seien einmalig anfallende Verlustabschreibungen bei einer zum Verkauf stehenden britischen Tochtergesellschaft, wie Cargo-Chef Bernhard Osburg im September laut der „Deutschen Presse-Agentur“ sagte. Der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn droht also weiterhin die Zerschlagung. Hintergrund dafür ist, dass die EU-Kommission ab diesem Jahr keine Quersubventionierung durch den DB-Konzern mehr erlaubt. Sprich: DB Cargo muss sich in diesem Jahr wirtschaftlich selbst tragen und Gewinne erwirtschaften.