Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten schreibt der Autozulieferer ZF wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern unter dem Strich 122 Millionen Euro, wie Finanzchef Michael Frick mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 195 Millionen Euro angefallen. Frick zeigte sich optimistisch, dass der Konzern das Gesamtjahr mit schwarzen Zahlen abschließen wird. ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich führte den Gewinnsprung auf Kostendisziplin, eine bessere operative Leistung und die stärkere Konzentration auf profitable Produkte zurück.
Schulden von ZF sind nach wie vor hoch
Der Umsatz sank den Angaben nach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um zwei Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurs- sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen legte ZF jedoch leicht um 0,5 Prozent zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg in der ersten Jahreshälfte um 111 Millionen Euro auf 964 Millionen Euro. Die Schulden blieben mit rund 9,8 Milliarden Euro hoch - im ersten Halbjahr 2025 lagen sie aber noch bei 10,5 Milliarden. Diese zu senken, ist eines der Hauptziele von Miedreich. Aufgenommen wurden die Kredite insbesondere für die Käufe des Bremsenspezialisten Wabco und des Zulieferers TRW.
ZF Lifetec bleibt im Konzern
ZF zu schaffen, macht außerdem – wie anderen Zulieferern auch – die aktuell niedrige Fahrzeugproduktion und damit ausbleibende Aufträge der Autohersteller. Auch die hohen Kosten für den Wandel zum Elektromotor belasten. Um die Schulden schneller abbezahlen zu können, wollte ZF auch die frühere Division „Passive Sicherheitstechnik“ verkaufen, die aus dem Konzern herausgelöst worden war und heute unter dem Namen ZF Lifetec firmiert. Von diesem Vorhaben rückt das Management nun vorerst ab: „Wir haben nun entschieden, dass ZF Lifetec bis auf Weiteres vollständig im Besitz von ZF verbleiben wird“, sagte Finanzchef Frick. Es handle sich um ein erfolgreiches Geschäft.
Mitarbeiterzahl wird weiter abgebaut
Bis Ende 2028 will ZF bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen – das entspricht grob jedem vierten Job im Land. Zum 30. Juni beschäftigte der Konzern demzufolge weltweit 149.675 Menschen, rund zwei Prozent weniger als Ende 2025. In Deutschland habe sich die Mitarbeiterzahl um mehr als vier Prozent auf etwas mehr als 47.000 verringert, hieß es. Zum Vergleich: Ende 2023 hatte der Zulieferer noch gut 168.700 Beschäftigte weltweit, davon mehr als 54.400 in Deutschland. Das ZF-Management hatte den größten Stellenabbau in Deutschland vor genau zwei Jahren angekündigt.