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Wissing hält klimaneutrale Schifffahrt für enorme Herausforderung

28.05.2024 16:37 Uhr | Lesezeit: 2 min
Ein Containerschiff im Hamburger Hafen am Burchardkai wirbt für eine sauberere Zukunft in der Schifffahrt.
Ein Containerschiff im Hamburger Hafen am Burchardkai wirbt für eine sauberere Zukunft in der Schifffahrt. Die Politik hat dazu die Arbeit an einem Aktionsplan gestartet
© Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Martin Schroeder

Der Startschuss für den Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt ist gefallen. Bundesverkehrsministerium und Bundeswirtschaftsministerium haben die Federführung.

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Die Bundesregierung will bis zum kommenden Frühjahr einen Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt erarbeiten. Federführend tätig sind dabei Bundesverkehrs- und Bundeswirtschaftsministerium.

Es gebe noch viel zu tun, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am 28. Mai in Berlin zum Start einer Konzeptionsphase für den Aktionsplan. Wissing sprach von einer enormen Herausforderung, die Schifffahrt klimaneutral zu gestalten. Dies sei aber auch eine große industriepolitische Chance.

Staatssekretärin Susanne Henckel sagte, zur nächsten Nationalen maritimen Konferenz im Frühjahr 2025 sollten Ergebnisse vorgelegt werden, sodass man danach mit der Umsetzung beginnen könne. Dabei stehen verschiedene Handlungsfelder im Fokus.

Experten aus verschiedenen Branchen eingebunden

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) sagte: „Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft stärken und zeigen, dass Klimaschutz und Industrie, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen.“ Auf dem Weg hin zu einer klimafreundlichen Schifffahrt der Zukunft spiele die maritime Wirtschaft eine wichtige Rolle – für klimafreundliche Antrieben und Kraftstoffe und für die Energiewende allgemein.

In die Entwicklung der Strategie eingebunden sind Vertreterinnen und Vertreter unter anderem der Schifffahrt, der maritimen Wirtschaft, Energieversorger sowie Industrie- und Umweltverbände. Es geht zum Beispiel um alternative Antriebs- und Energiesysteme, Flottenmodernisierung, grüne Schifffahrtskorridore und Industriepolitik.

Wissing verwies auf das Ziel der Bundesregierung, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität erreichen solle. Im Klimaschutzprogramm 2023 der Bundesregierung hieß es, der Aktionsplan solle eine „Roadmap“ für den technologieübergreifenden Markthochlauf klimafreundlicher Schiffsantriebe und -kraftstoffe beinhalten.

2050: Nullemission als UN-Ziel

Die für die globale Schifffahrt maßgebliche UN-Organisation IMO hatte im vergangenen Sommer beschlossen, dass die Seeschifffahrt weltweit ihre Treibhausgasemissionen bis etwa 2050 auf null reduzieren muss. Rund 90 Prozent des weltweiten Warenhandels werden per Schiff abgewickelt.

Die oft riesigen Containerschiffe fahren überwiegend mit Schweröl oder Marinediesel, einige auch mit flüssigem Erdgas LNG - allesamt fossile Energieträger, bei deren Einsatz das Treibhausgas CO2 frei wird. Rund drei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes gehen auf das Konto der internationalen Schifffahrt.

Greepeace: E-Fuels für Schifffahrt statt für Straße

„Große Reedereien haben sich längst auf den Weg Richtung klimaschonende Schifffahrt gemacht, deshalb ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung nachzieht“, sagte Clara Thompson, Greenpeace-Verkehrsexpertin. Denn bislang sei völlig unklar, wie die nötigen Alternativen zu Schiffsdiesel oder Schweröl, etwa E-Fuels, in der nötigen Menge produziert werden könnten.

„Ein großer Schritt nach vorn wäre, wenn die Bundesregierung nicht länger die Illusion nährt, dass E-Fuels im Straßenverkehr eine Rolle spielen könnten - sie müssen dort eingesetzt werden, wo sie nicht durch Batterien ersetzt werden können, also in der Luft- und Schifffahrt.“

Nabu: Abkehr von Schweröl

Für den Nabu sagte die Verkehrsexpertin Pauline Schur, ein Aktionsplan sei dringend notwendig, um den Hochlauf für E-Fuels sowie Lade- und Bunkerinfrastruktur zu fördern. Als ersten Schritt brauche es aber vor allem eine klare Abkehr von Schweröl und eine Absage an LNG und Biokraftstoffen.

„Außerdem darf der Naturschutz nicht unter die Räder geraten, etwa bei Genehmigungsverfahren oder beim Ausbau der Infrastruktur.“

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