Die wirtschaftliche Situation kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) hat sich im Frühjahr 2026 spürbar aufgehellt. Nachdem sich die Kennzahlen für Umsatz und Gewinn zu Jahresbeginn verschlechtert hatten, verzeichneten die Unternehmen im zweiten Quartal wieder eine deutliche Verbesserung. Von einer breiten Erholung der Investitionstätigkeit kann jedoch keine Rede sein. Sowohl in Deutschland als auch im Euroraum bleiben Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend.
Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn in seinem aktuellen KMU-Barometer.
Umsatz und Gewinn erholen sich, Investitionen nicht
Zu Beginn des Jahres hatten sich die Geschäftszahlen vieler KMU noch eingetrübt. Im Frühjahr drehte die Entwicklung jedoch wieder ins Positive. Nach Angaben des IfM Bonn übersteigt inzwischen der Anteil der Unternehmen mit steigenden Umsätzen und Gewinnen wieder den Anteil der Betriebe mit rückläufigen Werten.
Anders sieht die Situation bei den Investitionen aus. Hier zeigt sich weder in Deutschland noch im Euroraum eine vergleichbare Verbesserung. Nach Einschätzung der Forscher wirkt die anhaltend hohe Unsicherheit weiterhin bremsend auf langfristige Investitionsentscheidungen.
Trotz der Aufhellung bei Umsatz und Gewinn bleibt die wirtschaftliche Situation deutscher KMU insgesamt schwächer als im Euroraum.
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Fachkräftemangel bleibt größtes Problem
Produktions- und Arbeitskosten rücken wieder stärker in den Fokus
Während Fachkräftemangel und Kundengewinnung in Deutschland zwar die bedeutendsten Probleme bleiben, haben sie etwas an Bedeutung verloren. Zugleich wächst die Sorge über steigende Produktions- und Arbeitskosten.
Nach Beobachtung des IfM Bonn werden diese Kostenfaktoren seit rund einem Jahr wieder häufiger als Belastung wahrgenommen. Dies könnte auf die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen geopolitischen Spannungen hindeuten.
Eine deutlich geringere Rolle spielen dagegen weiterhin der Zugang zu Finanzierungen sowie der Wettbewerb.
SAFE-Befragung liefert Datengrundlage
Für das KMU-Barometer wertet das IfM Bonn regelmäßig die europaweite Unternehmensbefragung „Survey on the Access to Finance of Enterprises“ (SAFE) aus. Die Erhebung wird seit 2009 im Auftrag der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank durchgeführt.
Mithilfe dieser Daten analysieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Unternehmen sowie deren aktuelle Herausforderungen in Deutschland und ausgewählten EU-Staaten (Österreich (AT), Belgien (BE), Spanien (ES), Finnland (FI), Frankreich (FR), Griechenland (GR), Irland (IE), Italien (IT), Niederlande (NL), Portugal (PT) und Slowakei (SK)).
Die Entwicklung des KMU-Barometers der vergangenen Monate ist auf der Internetseite des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn abrufbar.