Die Gewerkschaft Verdi hat in der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen zu einem zweiten Warnstreik im Hamburger Hafen aufgerufen. Der Ausstand beginne am Mittwoch, 2. September, mit der Spätschicht und soll 48 Stunden dauern, teilte die Gewerkschaft mit. Bereits am 18. August hatten Hafenarbeiter in Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt.
Angebot der Arbeitgeberseite zurückgewiesen
Zum Warnstreik aufgerufen seien Hafenarbeiter von mehr als einem Dutzend Betrieben, darunter die Beschäftigten der HHLA-Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort sowie die Beschäftigten des Containerterminals Eurogate und der Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft. Am Freitag sei eine Demonstration geplant. Zuvor hatten die Beschäftigten das Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aus der dritten Verhandlungsrunde nach Gewerkschaftsangaben in einer Befragung mit großer Mehrheit abgelehnt. „Dieses Angebot reicht nicht“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter André Kretschmar.
Verdi fordert weitere Verhandlungen
Der ZDS hatte in der dritten Verhandlungsrunde eine Entgeltsteigerung von 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. August 2026 bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Zudem sollten die Löhne um mindestens 1,20 Euro pro Stunde steigen. Verdi fordert dagegen bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten ein Lohnplus von 8,2 Prozent, mindestens jedoch 2,50 Euro pro Stunde. „Wir warten immer noch auf einen neuen Verhandlungstermin“, sagte Christian Warnke von der Verdi-Bundestarifkommission.
Streiks auch in Bremen und Niedersachsen
Auch an den Seehäfen in Bremen und Niedersachsen hat Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Die Beschäftigten sollen von Mittwoch- bis Freitagabend ihre Arbeit niederlegen, wie Verdi mitteilte. Betroffen sind Häfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake, Bremen und Emden. Für Freitagmittag sind die Beschäftigten zu einer Demonstration in der Bremerhavener Innenstadt aufgerufen. Die Mitarbeiter bei BLG-Cargo Bremen und bei EVAG Emden sollen ab Donnerstagmorgen ihre Arbeit liegen lassen.