VDR reagiert verhalten auf US-Ankündigung zur Straße von Hormus

13.04.2026 13:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Containerschiff auf der Straße Hormus
US-Präsident Donald Trump hatte nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran eine Blockade der Straße von Hormus angekündigt
© Foto: picture alliance/dpa | Farshid-M. Bina

Der Verband Deutscher Reeder hat derzeitig wenig Hoffnung, dass sich die Lage an der Straße von Hormus kurzfristig entspannt.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat verhalten auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump reagiert, eine Seeblockade in der Straße von Hormus einzurichten. „Leider besteht derzeit wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation kurzfristig entspannt“, sagte ein VDR-Sprecher der „Deutschen Presse-Agentur“. Es bleibe abzuwarten, welche Auswirkungen es geben werde, sagte er. Sollte der Iran Minen in der Meerenge gelegt haben, wäre die Beseitigung dieser aber ein wichtiger Beitrag.

Mautstellen-System in der Straße von Hormus

Trump hatte die Blockade am Sonntag, 12. April, nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen. Die Streitkräfte seien auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen zerstören zu lassen. Nach weitgehend übereinstimmenden Berichten haben die iranischen Revolutionsgarden eine Art Mautstellen-System in der Straße von Hormus eingerichtet, mit dem sie die internationale Schifffahrt kontrollieren wollen. Auch hat die Marine der Revolutionsgarden vor Minen in der Meerenge gewarnt.

Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen

Der VDR aus Hamburg vertritt nach eigenen Angaben rund 200 deutsche Reedereien. Darunter sind mehrere Unternehmen, deren Seeleute den Persischen Golf nicht verlassen können, weil es den Schiffen nicht möglich ist, gefahrenfrei die Straße von Hormus zu durchqueren. Der VDR setzt sich grundsätzlich für freie Seewege ein. „In internationalen Meerengen muss das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen maßgeblich sein – das Prinzip der Transitdurchfahrt, also einer freien und ungehinderten Passage“, heißt es seitens des Verbandes.


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