US-Zollrückzahlungen: DHL erhält 416 Millionen Euro

21.08.2026 15:19 Uhr | Lesezeit: 1 min
USA und EU Container
Ein Urteil des Supreme Court gegen Teile der früheren Trump-Zollpolitik führt zu hohen Rückzahlungen an Unternehmen, darunter auch deutsche Konzerne (Symbolbild)
© Foto: TechAnimationStock/stock.adobe.com

Nach einem Urteil des Supreme Court bekommen deutsche Unternehmen hohe Zollrückzahlungen aus den USA. Allein DHL erhält mehr als 400 Millionen Euro.

Deutsche Konzerne haben nach einem Gerichtsurteil gegen bestimmte US-Zölle Rückzahlungen in Höhe von rund 790 Millionen Euro erhalten.

Die Rückzahlungen sind eine direkte Folge eines Urteils des Supreme Court, der bestimmte Zölle der Trump-Regierung für rechtswidrig erklärte. Unter den Nutznießern der Zollrückzahlungen ist auch DHL.

US-Zollerstattung für Logistikkonzern: 416 Millionen

Allein der Logistikriese DHL erhielt 416 Millionen Euro. Der Dax-Konzern will das Geld an seine Kunden weiterreichen, wie er jüngst mitteilte. Insgesamt seien börsennotierten deutschen Unternehmen rund 790 Millionen erstattet worden, berichtete die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Finanzberichte und zusätzliche Unternehmensangaben.

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers bekam gut 200 Millionen Euro zurück, wie Finanzvorstand Jochen Schmitz Ende Juli gesagt hatte. Andere Unternehmen erwarten laut „Wirtschaftswoche“ noch in diesem Jahr ebenfalls hohe Rückzahlungen.

Allerdings sind die Rückzahlungen der US-Zölle kein Selbstläufer, wie Janine Lampprecht von dem in der Außenwirtschaftsberatung tätigen Unternehmen Grenzlotsen betont: „Viele Unternehmen gehen davon aus, dass zu Unrecht gezahlte Zölle automatisch zurückkommen. So einfach ist es nicht. Entscheidend ist, wer als Importeur aufgetreten ist, welche Zölle gezahlt wurden und ob die notwendigen Nachweise und Anträge korrekt vorliegen.“

US-Regierung erstattet weltweit Milliarden an Zöllen

Die Rückzahlungen betreffen jedoch nicht nur einzelne Unternehmen, sondern erreichen weltweit ein deutlich größeres Volumen. Insgesamt erstattete die US-Regierung zwischen Oktober 2025 und Ende Juni 2026 rund 81,3 Milliarden US-Dollar (aktuell 65,53 Milliarden Euro). Im Vergleichszeitraum des vorigen Jahres lag die Summe bei knapp 5,3 Milliarden Dollar.

Hintergrund der Erstattungen ist eine rechtliche Neubewertung der Zollpolitik der damaligen Trump-Regierung. Das Oberste Gericht der USA hatte Mitte Februar Zölle auf Basis eines Notstandsgesetzes für rechtswidrig erklärt.

Der Supreme Court befand, dass US-Präsident Trump seine Befugnisse überschritten hatte, als er umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner verhängte. Trump hat mittlerweile neue Zölle auf Grundlage anderer Gesetze verhängt.

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