Spritpreise steigen trotz Tankrabatt wieder an

05.10.2026 13:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lkw tankt an Tankstelle: Zapfhahn befüllt Lkw-Tank
Die Preise für Super E10 und Diesel sind wenige Tage nach Beginn des Tankrabatts wieder gestiegen (Symbolbild)
©Foto: M. Perfectti/stock.adobe.com

Die Spritpreise in Deutschland sind wenige Tage nach dem Start des Tankrabatts wieder gestiegen. Nach Angaben des ADAC kostet Super E10 im bundesweiten Durchschnitt mehr als zu Beginn der Entlastungsmaßnahme, auch Diesel hat sich verteuert.

Die Preise für Benzin und Diesel haben nach dem deutlichen Rückgang zu Beginn des Tankrabatts wieder leicht zugelegt, wie die dpa mitteilt. Nach Daten des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,137 Euro und damit 2,3 Cent mehr als am Donnerstag. Für Diesel wurden durchschnittlich 2,253 Euro je Liter fällig, was einem Anstieg um 0,9 Cent entspricht.

ADAC sieht Entlastung durch Steuersenkung schwinden

Nach Einschätzung des ADAC ist damit ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits wieder verloren gegangen: „Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden“, erklärte der Verkehrsclub. „Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen.“

Für die jüngste Preisentwicklung bei Super E10 nennt der ADAC derzeit keine offensichtliche Ursache. Weder der Ölpreis noch der Euro-Dollar-Wechselkurs hätten sich zuletzt wesentlich verändert. „Aus Verbrauchersicht ist dieser erneute Preisanstieg deshalb nur schwer nachvollziehbar“, teilte der ADAC mit.

E10 unter zwei Euro wird zunehmend seltener

An den Tankstellen zeigt sich der Preisanstieg auch beim üblichen Tagestief vor dem Mittagsanstieg. Während kurz nach Einführung des Tankrabatts vielerorts Super E10 zeitweise für weniger als zwei Euro je Liter angeboten wurde, waren solche Preise am Montagvormittag deutlich seltener, so die dpa weiter. In mehreren Großstädten wie Berlin, Hamburg und Stuttgart fanden sich laut ADAC-App kurz vor Mittag keine entsprechenden Angebote. In Leipzig und Köln lagen einzelne Tankstellen noch unter der Zwei-Euro-Marke. In München, das zuletzt oft besonders günstig war, bot zwar mehr als jede dritte Tankstelle Super E10 zeitweise für weniger als zwei Euro an, zum Start des Tankrabatts war dies jedoch noch bei mehr als jeder zweiten Tankstelle der Fall gewesen.

Auch Auswertungen des Spritpreisportals Tankerkönig weisen darauf hin, dass insbesondere der Donnerstagvormittag nach Beginn des Tankrabatts deutlich günstigere Preise aufwies als die darauffolgenden Vormittage.

Weitergabe der Steuersenkung bleibt umstritten

Wie stark die Energiesteuersenkung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt, lässt sich nur schwer beurteilen. Das hat mehrere Gründe. Unter anderem schwanken die Spritpreise durch verschiedene Einflussfaktoren. Zudem hatten sie schon in den Tagen vor dem Start des Rabatts nachgegeben. 

Je nachdem, ob man die Sonntags-Preise mit den Tagesdurchschnittswerten vom 30., 29. oder 28. September vergleicht, sind sie beispielsweise bei E10 um 10,5 bis 13,9 Cent niedriger. Bei Diesel sind es 13,7 bis 17,2 Cent. 

Diskussion über Tankrabatt hält an

Die Frage nach der Weitergabe der Steuerentlastung sorgt weiterhin für Diskussionen. Bereits bei früheren Tankrabatten hatten Branchenvertreter, Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher unterschiedliche Einschätzungen zur tatsächlichen Entlastung der Autofahrer vertreten. Der Branchenverband en2x hatte damals wie auch im Vorfeld der aktuellen Maßnahme betont, dass die Steuersenkung vollständig an die Kunden weitergegeben werde. Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher kamen hingegen zu abweichenden Bewertungen.

Italien: Konzerne halten Spritpreis stabil

In Italien wollen einzelne Mineralölkonzerne auch mit dem Auslaufen staatlicher Rabatte auf Diesel ihre selbst gesetzten Preisobergrenzen zunächst beibehalten, teilt die dpa ebenso mit. So hat der italienische Energiekonzern Eni für seine Tankstellen einen Höchstpreis von 2,19 Euro je Liter Diesel und 1,99 Euro für Benzin festgelegt. Auch Q8 und Tamoil, die Eni folgten, wollen diesen Monat den Preisdeckel beibehalten. 

Die Tankstellenbetreiber waren damit einem Appell der Regierung nachgekommen. Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni hatte sich im Anschluss an die Ankündigungen in einer Mitteilung bei den Konzernen bedankt.

Die italienische Regierung lässt am Montag die derzeitige Entlastung für Dieselpreise um 6,1 Cent je Liter auslaufen. Stattdessen soll das sogenannte System der mobilen Verbrauchsteuern greifen, bei dem Mehreinnahmen aus der Besteuerung von Kraftstoffen zur Entlastung genutzt werden sollen. 

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