Es ist nicht einmal eine Woche her, dass US-Präsident Donald Trump unter Verweis auf den Grönland-Konflikt neue Zollandrohungen ausgesprochen hatte: damit sollten acht Nato-Länder, darunter Deutschland, bestraft werden, die Widerstand gegen Trumps Besitzansprüche auf die Arktisinsel geäußert haben.
Trump zieht Zollandrohung in Davos zurück
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist Trump am Mittwoch in dieser Angelegenheit zurückgerudert und will seine Zollandrohung gegen Deutschland und andere europäische Länder nun doch nicht wahr machen.
EU-Parlament stoppt vorläufig Handelsdeal-Ratifizierung
Trump hatte konkret mit Strafzöllen in Höhe von zehn Prozent ab 1. Februar gedroht. Nach den ersten zehn Prozent sollten die Zölle zum 1. Juni auf 25 Prozent steigen - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent.
Nur wenige Stunden vor Trumps Auftritt in Davos hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu den US-Zollandrohungen die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt.
Rahmen für mögliche Grönland-Vereinbarung skizziert
Zur Begründung seines Kurswechsels verwies Trump darauf, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Rande des Spitzentreffens ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Rutte bestätigte Trumps Angaben zu einem Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen. Konkrete Details dazu, wie eine zukünftige Vereinbarung aussehen soll, ließen sowohl Trump als auch Rutte zunächst offen.
Reaktionen aus Dänemark und Deutschland abwartend
„Der Tag endet besser, als er begonnen hat“, sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen dem dänischen Rundfunk. „Zwei Dinge nehme ich aus Davos mit: Dass Trump sagt, dass er Grönland nicht angreift (...) und dass der Zoll-Krieg auf Standby ist. Das ist positiv.“
Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil bleibt angesichts der von US-Präsident Donald Trump zurückgenommenen Drohung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zurückhaltend. „Nach dem Hin und Her der letzten Tage warten wir jetzt mal das Substanzielle ab, welche Verabredung es zwischen Herrn Rutte und Herrn Trump gibt“, sagte der SPD-Politiker im ZDF-„Heute Journal“. Man müsse jetzt erst mal abwarten, bis man die besprochenen Dinge schwarz auf weiß sehe.