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Trotz Netzproblemen: Kombiverkehr legt kräftig zu

Laut Geschäftsführer Alexander Ochs sind im vergangenen Jahr infolge von Störungen im Zugbetrieb mehr als 3.000 Kombiverkehr-Züge ausgefallen
© Foto: Kombiverkehr

Kombiverkehr konnte auch in den ersten Monaten des Jahres 2022 mit einem Plus von 7,9 Prozent zulegen – trotz einer schlechten Leistungsqualität im Schienengüterverkehr.


Datum:
23.06.2022
Autor:
Michael Cordes
Lesezeit: 
4 min
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Die schlechte Leistungsqualität im Schienengüterverkehr war das beherrschende Gesprächsthema auf der Gesellschafterversammlung von Kombiverkehr gestern in Offenbach. Schon 2022 haben Bautätigkeiten und andere Faktoren das Angebot des größten deutschen Operateurs beeinträchtigt. „Im vergangenen Jahr sind infolge von Störungen im Zugbetrieb mehr als 3.000 Kombiverkehr-Züge ausgefallen. Annähernd 90.000 Lkw-Sendungen konnten somit nicht effizient und nachhaltig mit Kombiverkehr auf der Schiene transportiert werden“, beklagte Alexander Ochs, Geschäftsführer von Kombiverkehr, vor den Spediteuren und Gästen der Versammlung.

Dennoch ist es Kombiverkehr gelungen, sein Transportvolumen zu steigern. Die Zahl der Sendungen stieg 2021 gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent auf 937.959 Lkw-Sendungen. „Die Nachfrage nach intermodalen Logistikdienstleistungen stieg zwischen März und Juni im Vergleich zum Vorjahr rasant an und stabilisierte sich dann ab dem Sommer mit Zuwachsraten im mittleren einstelligen Niveau“, sagte Ochs. Zugute kam dem Operateur, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie 2021 weitaus geringer waren als noch 2020. „Zudem kam es deutschland- und europaweit zu einer wirtschaftlichen Erholung, wenngleich auch weniger deutlich als ursprünglich prognostiziert“, kommentiert Geschäftsführer Alexander Ochs das Jahresergebnis.

Positive Sendungsentwicklung hält auch 2022 an

Die positive Sendungsentwicklung hat sich in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 trotz schlechter Leistungsqualität bei den Bahnen fortgesetzt. Der Fahrermangel und die steigenden Anforderungen an den Klimaschutz haben die Nachfrage nach intermodalen Transporten laut Kombiverkehr aktuell nicht abreißen lassen: Mit über 418.000 Lkw-Sendungen wurden von Januar 2022 bis Mai 2022 rund 8,0 Prozent mehr Lkw-Sendungen befördert wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ein Treiber der Entwicklung ist das MegaHub Lehrte, das Kombiverkehr im April letzten Jahres in sein Netzwerk integriert hat. „Heute routen wir zahlreiche Sendungen im Gatewaysystem zu anderen Wirtschaftszentren in Deutschland und in das benachbarte europäische Ausland. Zudem hat die Region Hannover nun umfassenden Zugang zum internationalen Kombinierten Verkehr erhalten und auch Standorte mit nicht ganzzugfähigem Transportvolumen können über die Bündelung von Ladeeinheiten auf zielreine Züge im MegaHub an das Intermodalnetz angeschlossen werden“, fasst Ochs den aktuellen Status-Quo zusammen. Ochs sieht Hannover Lehrte als eine große Chance für Kapazitätserweiterungen: „Nachdem wir bereits neben einigen nationalen Terminals auch internationale Standorte wie Verona, Rotterdam und Lovosice in Tschechien angebunden haben, arbeiten wir derzeit intensiv an weiteren Verbindungen, die das MegaHub-Angebot ergänzen sollen.“

Deutlich Worte der Kritik an der Leistungsqualität der Güterbahnen

Trotz dieser positiven Entwicklung gab es auch deutliche Worte der Kritik an der Leistung der Güterbahnen. „Das, was wir aktuell leider erleben müssen, erfüllt die Erwartungen an die Leistungsfähigkeit der Schiene überhaupt nicht mehr. Dies muss schnellstens beendet werden“, forderte der Geschäftsführerkollege von Ochs, Armin Riedl. Die verstärkten Baumaßnahmen am Schienennetz würden eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Zugverspätungen und –ausfällen nach sich ziehen, die sich wiederum auf die Personaleinsatzplanung, Terminalslots und Wagenumläufe auswirken würden. An den Eigentümer, den Bund, adressiert Riedl die Forderung, dass „die Durchführung der Infrastrukturmaßnahmen im Sinne eines betriebsfreundlichen Ausbaus massiv verbessert“ werden muss. „Wir appellieren an alle Beteiligten und insbesondere an die Netzbetreiber, dass die Infrastruktur so, wie in der Vergangenheit, nicht weiter bewirtschaftet werden kann“, sagte der Geschäftsführer.

Auch in den Terminals muss dringend investiert werden

Riedl zählte verschiedene Maßnahmen auf, die jetzt einzuleiten seien, um die Leistungsqualität zu verbessern: eine verbesserte Kommunikation der Baumaßnahmen und deren Auswirkungen, das Offenhalten im Baubetrieb von Korridoren und Ausweichstrecken auch auf internationalen Strecken auf beiden Seiten der Ländergrenze sowie Ersatzinvestitionen bei den Terminals. Dementsprechend setzt sich der Operateur dafür ein, dass die Richtlinie zur Förderung von Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs nicht bundeseigener Unternehmen nun so rasch wie möglich zur Notifizierung bei der EU-Kommission eingereicht wird. (cd)

 

 

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