Anhaltende Konjunkturschwäche, geringe Transportvolumina sowie ein insgesamt schwieriges Marktumfeld - bereits das Jahr 2025 stellte die Logistikbranche vor erhebliche Herausforderungen. Entsprechend rutschte der im Rahmen des SCI Logistikbarometers erhobene Geschäftsklimaindex im Jahresverlauf deutlich in den negativen Bereich ab und liegt nun signifikant unter dem Niveau zu Jahresbeginn.
Branche erwartet 2026 keine Trendwende
Auch die Erwartungen an das neue Jahr 2026 fallen überwiegend skeptisch aus, wie die Dezember-Ausgabe des SCI Logistikbarometers zu Tage förderte. Demnach rechnet die Branche nicht mit einer kurzfristigen Trendwende, sondern stellt sich auf eine weiterhin angespannte Geschäftslage ein. Während eine knappe Mehrheit von 55 Prozent davon ausgeht, dass die Lage für die Logistiker unverändert – kritisch – bleibt, überwiegt bei den restlichen Befragten im Saldo die Skepsis (15 Prozent günstiger; 30 Prozent schlechter).
Steigende Kosten bleiben zentrales Belastungsrisiko
Insbesondere die steigenden Kosten bleiben ein zentrales Belastungselement. Die Mehrheit der befragten Logistikunternehmen geht davon aus, dass sich der Kostenauftrieb auch 2026 weiter fortsetzen wird. Damit bestätigen sich die bereits in den Vorjahren geäußerten Erwartungen. Für das Jahr 2024 hatten 73 Prozent der Experten steigende Kosten prognostiziert, für 2025 lag dieser Anteil sogar bei 81 Prozent. Vor diesem Hintergrund signalisiert der aktuelle Wert von 71 Prozent, dass der Kostendruck inzwischen wieder etwas nachgelassen hat.
Energiepreise, Maut und Mindestlohn treiben Kostendruck
Trotzdem besteht für 2026 kein Grund zur Entwarnung. So zählen insbesondere steigende Energie- und Kraftstoffpreise, höhere Abgaben aus dem nationalen Emissionshandel sowie wachsende Mautkosten zu den wesentlichen Belastungsfaktoren. Daneben tragen auch die Personalausgaben zum Kostendruck bei. Das ist vor allem auf den ab 1. Januar 2026 deutlich erhöhten gesetzlichen Mindestlohn zurückzuführen.
Jeder Zweite sieht Spielraum für Preisanpassungen
In diesem Kontext sehen 41 Prozent der befragten Unternehmen grundsätzlich Spielraum für Preisanhebungen am Markt im Jahresverlauf 2026. Für das kommende Quartal steigt dieser Anteil auf 52 Prozent. Für 58 Prozent der Befragten bestehen hingegen keine entsprechenden Möglichkeiten. Während Preissenkungen für das kommende Quartal lediglich von 2 Prozent der Unternehmen erwartet werden, halten ähnlich viele Unternehmen solche Anpassungen auch im Gesamtjahr 2026 für möglich.
Beschäftigungslage stabilisiert sich auf niedrigem Niveau
Wenig Dynamik erwarten Betriebe dagegen in der Beschäftigungssituation. Im Vergleich zur letztjährigen Erhebung markiert die Prognose für 2026 einen deutlichen Stimmungsumschwung: Die befragten Logistiker hatten noch 2025 mit einem moderaten Beschäftigungsaufbau gerechnet. Für dieses Jahr ist dies einer abwartenden Haltung gewichen. So tritt an die Stelle des Beschäftigungsaufbaus nun überwiegend die Erwartung einer stabilen Beschäftigungslage ohne nennenswerte Zu- oder Abgänge. Dies deutet darauf hin, dass sich der Fokus der Unternehmen von wachstumsorientierten Personalentscheidungen hin zu einer Sicherung bestehender Strukturen verschoben hat, so das SCI.