IWF: Deutschlands Konjunktur erholt sich schneller als erwartet

19.01.2026 14:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
Baustellenschild
IWF hebt Wachstumsprognose für deutsche Wirtschaft an (Symbolbild)
© Foto: studio v-zwoelf/stock.adobe.com

Der IWF blickt optimistischer auf Deutschlands Wirtschaft: Staatliche Ausgaben treiben das Wachstum, 2026 soll die Konjunktur um 1,1 Prozent zulegen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Für 2026 erwartet der Fonds nun ein Wachstum von 1,1 Prozent – 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober prognostiziert.

Öffentliche Investitionen sorgen für zusätzlichen Schub

Nach Einschätzung der IWF-Experten dürften milliardenschwere staatliche Ausgaben kurzfristig für Konjunkturimpulse sorgen. Sie könnten zudem die bremsenden Effekte der US-Zölle teilweise abfedern und die wirtschaftliche Dynamik stabilisieren.

IWF optimistischer als Bundesbank und Ifo

Mit seiner Einschätzung liegt der IWF über den Prognosen von Bundesbank und Ifo-Institut. Gleichzeitig bleibt der Fonds vorsichtiger als die Bundesregierung, die für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet.

Bundesregierung setzt auf starke Binnennachfrage

Die Bundesregierung begründet ihre optimistischere Einschätzung vor allem mit der Entwicklung im Inland. Steigende Löhne, stabile Preise und steuerliche Entlastungen sollen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen und den Konsum ankurbeln.

Ausblick auf 2027 bleibt positiv

Für das Jahr 2027 rechnet der IWF weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent in Deutschland. Damit sieht der Fonds eine allmähliche, aber nachhaltige Erholung der Konjunktur.

Deutschland verlässt Schlusslicht-Position in der G7

Im internationalen Vergleich verbessert sich die Position Deutschlands deutlich. Nachdem die Bundesrepublik im Vorjahr noch das Schlusslicht unter den G7-Staaten bildete, soll sie 2026 stärker wachsen als Japan und Italien, für die jeweils 0,7 Prozent prognostiziert werden.

Frankreich wächst langsamer als Deutschland

Auch Frankreich dürfte sich mit einem erwarteten Wachstum von 1,0 Prozent etwas schwächer entwickeln als Deutschland, so die aktuelle IWF-Prognose.

Leicht bessere Perspektiven für die Eurozone

Für die Eurozone insgesamt hebt der IWF seine Prognose auf 1,3 Prozent an. Zuvor waren 1,2 Prozent erwartet worden. Für 2027 bleibt es bei einem Wachstum von 1,4 Prozent.

Deutschland als Treiber öffentlicher Ausgaben in Europa

Das etwas höhere Wachstum in der Eurozone im kommenden Jahr spiegele laut IWF vor allem steigende öffentliche Ausgaben wider – insbesondere in Deutschland. Auch Länder wie Irland und Spanien dürften sich dynamisch entwickeln.

Verteidigungsausgaben wirken erst mittelfristig

Die wirtschaftlichen Effekte höherer Verteidigungsausgaben werden nach Einschätzung der IWF-Experten erst in den Folgejahren spürbar, da die Investitionen über mehrere Jahre gestreckt sind.

USA wachsen stärker als erwartet

Auch für die Vereinigten Staaten fällt der Ausblick besser aus als zuvor angenommen. Der IWF rechnet für 2026 mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, nach 2,1 Prozent in der Oktober-Prognose.

Zinssenkungen und nachlassende Zolleffekte stützen US-Wirtschaft

Als Gründe nennt der IWF unter anderem die Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve sowie das allmähliche Nachlassen der negativen Effekte aus der US-Zollpolitik.

Abschwächung in den USA ab 2027 erwartet

Für 2027 gehen die IWF-Experten in den USA von einem geringeren Wachstum von 2,0 Prozent aus, nachdem für dieses Jahr noch höhere Zuwächse erwartet werden.


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