Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Für 2026 erwartet der Fonds nun ein Wachstum von 1,1 Prozent – 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober prognostiziert.
Öffentliche Investitionen sorgen für zusätzlichen Schub
Nach Einschätzung der IWF-Experten dürften milliardenschwere staatliche Ausgaben kurzfristig für Konjunkturimpulse sorgen. Sie könnten zudem die bremsenden Effekte der US-Zölle teilweise abfedern und die wirtschaftliche Dynamik stabilisieren.
IWF optimistischer als Bundesbank und Ifo
Mit seiner Einschätzung liegt der IWF über den Prognosen von Bundesbank und Ifo-Institut. Gleichzeitig bleibt der Fonds vorsichtiger als die Bundesregierung, die für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet.
Bundesregierung setzt auf starke Binnennachfrage
Die Bundesregierung begründet ihre optimistischere Einschätzung vor allem mit der Entwicklung im Inland. Steigende Löhne, stabile Preise und steuerliche Entlastungen sollen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen und den Konsum ankurbeln.
Ausblick auf 2027 bleibt positiv
Für das Jahr 2027 rechnet der IWF weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent in Deutschland. Damit sieht der Fonds eine allmähliche, aber nachhaltige Erholung der Konjunktur.
Deutschland verlässt Schlusslicht-Position in der G7
Im internationalen Vergleich verbessert sich die Position Deutschlands deutlich. Nachdem die Bundesrepublik im Vorjahr noch das Schlusslicht unter den G7-Staaten bildete, soll sie 2026 stärker wachsen als Japan und Italien, für die jeweils 0,7 Prozent prognostiziert werden.
Frankreich wächst langsamer als Deutschland
Auch Frankreich dürfte sich mit einem erwarteten Wachstum von 1,0 Prozent etwas schwächer entwickeln als Deutschland, so die aktuelle IWF-Prognose.
Leicht bessere Perspektiven für die Eurozone
Für die Eurozone insgesamt hebt der IWF seine Prognose auf 1,3 Prozent an. Zuvor waren 1,2 Prozent erwartet worden. Für 2027 bleibt es bei einem Wachstum von 1,4 Prozent.
Deutschland als Treiber öffentlicher Ausgaben in Europa
Das etwas höhere Wachstum in der Eurozone im kommenden Jahr spiegele laut IWF vor allem steigende öffentliche Ausgaben wider – insbesondere in Deutschland. Auch Länder wie Irland und Spanien dürften sich dynamisch entwickeln.
Verteidigungsausgaben wirken erst mittelfristig
Die wirtschaftlichen Effekte höherer Verteidigungsausgaben werden nach Einschätzung der IWF-Experten erst in den Folgejahren spürbar, da die Investitionen über mehrere Jahre gestreckt sind.
USA wachsen stärker als erwartet
Auch für die Vereinigten Staaten fällt der Ausblick besser aus als zuvor angenommen. Der IWF rechnet für 2026 mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, nach 2,1 Prozent in der Oktober-Prognose.
Zinssenkungen und nachlassende Zolleffekte stützen US-Wirtschaft
Als Gründe nennt der IWF unter anderem die Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve sowie das allmähliche Nachlassen der negativen Effekte aus der US-Zollpolitik.
Abschwächung in den USA ab 2027 erwartet
Für 2027 gehen die IWF-Experten in den USA von einem geringeren Wachstum von 2,0 Prozent aus, nachdem für dieses Jahr noch höhere Zuwächse erwartet werden.