Die deutschlandweite Störung im digitalen Bahnfunk hat nach Ansicht von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) eine schlechte Vorbereitung der Deutschen Bahn auf derartige Krisen offengelegt. „Technische Defekte wird man zwar nie ganz vermeiden können. Aber bei einem Ausfall dieser Größenordnung erwarte ich im Sinne aller Fahrgäste und auch der Wirtschaft, dass die Deutsche Bahn ein tragfähiges Notfallkonzept in der Hinterhand hat. So kann es nicht weitergehen“, sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern in München.
Thema auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz
Eine deutschlandweite Störung im digitalen Bahnfunk hatte am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden den Bahnverkehr in Deutschland lahmgelegt. „Der Ausfall des Zugfunknetzes zeigt wieder einmal, in welchem beklagenswerten Zustand das System der Deutschen Bahn ist. Die komplette Infrastruktur der Bahn braucht dringend ein großes Update“, so Bernreiter. Bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz im Oktober werde DB-Chefin Evelyn Palla zu Gast sein. „Dort werden wir intensiv über diese Themen sprechen.“
"Die Ministerpräsidentenkonferenz muss ein klares Signal für eine grundlegende Reform der Trassenpreise senden"
VDV-Präsident Ingo Wortmann
VDV dringt auf Lösung bei den Trassenpreisen
Apropos Bahn: Geht es nach dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), muss das Problem Trassenpreise schnell gelöst werden. Anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz am 25. Juni 2026, auf deren Tagesordnung der Punkt „Regionalisierungsmittel und Trassenpreise im Eisenbahnverkehr“ steht, hat sich der Branchenverband mit einem Schreiben an die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder gewandt und wirbt für eine klare gesetzliche Regelung zur grundlegenden Reform der Trassenpreise. „Die Ministerpräsidentenkonferenz muss ein klares Signal für eine grundlegende Reform der Trassenpreise senden“, betonte VDV-Präsident Ingo Wortmann. Es brauche eine gesetzliche Lösung, die „den Unternehmen im Schienenpersonen- und Güterverkehr endlich verlässliche Planungen bei der Entwicklung der Trassenpreise ermöglicht“.
Verband warnt vor Vermischung mit den EuGH-Folgen
Wer die kurzfristige Kompensation der EuGH-Folgen für den SPNV mit der allgemeinen Debatte über die Ausstattung der Regionalisierungsmittel vermische, riskiere aber „eine weitere Verzögerung der überfälligen Reform. Gerade das können wir uns angesichts der Belastungen im Eisenbahnsystem nicht länger leisten“, sagte Wortmann.