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Luksic zu Verkehrsprognose: Auf Veränderungen besser reagieren können

06.04.2023 15:07 Uhr | Lesezeit: 3 min
Oliver Luksic parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
Oliver Luksic ist parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
© Foto: Bundesregierung

Anfang März hat Bundesverkehrsminister Wissing die Ergebnisse der gleitenden Verkehrsprognose vorgestellt. Warum das Instrument wichtig ist, das erklärt Oliver Luksic, parlamentarischer Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium. Er erläutert zudem, was nach Ansicht der Politik für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung wichtig ist.

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Ein Gastbeitrag von Oliver Luksic, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

Unsere Lage im Herzen Europas macht Deutschland zum Transitland, zur Kreuzung zwischen Ost- und West-, Nord- und Südeuropa. Gleichzeitig leben wir in Zeiten des stetigen Wandels, in der Gewissheiten sich schlagartig ändern können – und die Politik schnell und effektiv reagieren muss.

Das trifft auch auf die Verkehrsprognose zu. Die derzeitige Grundlage für unsere Verkehrsplanung stammt aus dem Jahr 2014 und basiert auf Daten aus dem Jahr 2010. Diese strategische Langfristprognose lieferte die Voraussetzungen für den Bundesverkehrswegeplan 2030.

Seitdem aber haben sich die Welt und auch unser Land verändert. In Folge von Zuwanderung ist die Bevölkerung um knapp fünf Millionen Menschen angewachsen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen um vier Millionen. All diese Menschen sind unterwegs, konsumieren und haben Mobilitätsbedürfnisse und -wünsche.

Gleichzeitig haben verschiedenste Ereignisse, von der Digitalisierung über die Pandemie, den Ukrainekrieg oder den Klimawandel tiefgreifende Veränderungen und eine ungeahnte Dynamik in allen Lebensbereichen und besonders in der Mobilität ausgelöst.

Aktualisierter Blick in die Zukunft

Auch unsere Verkehrsplanung bedarf daher eines Updates und muss dafür auf eine solide wie zuverlässige Grundlage gestellt werden. Neben einer strategischen Langfristprognose, die wir derzeit parallel für 2040 erarbeiten, haben wir als neues Instrument ergänzend die gleitende Langfristprognose geschaffen.

Die neue gleitende Langfrist-Verkehrsprognose ermöglicht uns dabei das Verkehrsgeschehen bis ins Jahr 2051 zu modellieren und – das ist entscheidend – jedes Jahr basierend auf neu hinzugewonnenen Daten einen aktualisierten Blick in die Zukunft der Mobilität erhalten. Alle wichtigen Entwicklungen sind darin berücksichtigt. So lässt sich überprüfen, ob der mit der strategischen Langfristprognose eingeschlagene Weg noch der richtige ist oder von der Dynamik des Weltgeschehens überholt wurde.

Straßengüterverkehr dominiert auch 2051

Die Ergebnisse der 2023 erstmals veröffentlichten gleitenden Prognose sprechen eine klare Sprache: Der Verkehr in Deutschland wird zunehmen. Auch im Jahr 2051 bleibt der Lkw das dominierende Verkehrsmittel im Güterbereich, seine Bedeutung wird sogar zunehmen.

Ein Grund dafür ist der Güterstrukturwandel. Durch die Energiewende gibt es einen starken Rückgang bei Massen- und Energiegütern, die bisher vor allem auf Schiene und Wasserstraße transportiert wurden. Großes Wachstum gibt es dagegen bei Gütern, die überwiegend auf der Straße befördert werden, unter anderem bei Postsendungen.

Bahn kann Verkehre nicht allein stemmen

Die Prognose zeigt auch: Die Bahn stößt an Ihre Grenzen. Wir haben ein Bahnnetz übernommen, das am Limit ist. In den Jahren 2000 bis 2017 verzeichnete der Güterverkehr ein enormes Wachstum, ohne dass das Netz nennenswert erweitert wurde.

In der Prognose wurde für die Bahn bereits eine ehrgeizige Realisierung der dringendsten Bauprojekte, des Deutschlandtakts sowie Fortschritte in der Digitalisierung unterstellt. Die Schiene kann so bis 2051 eine Erhöhung der Tonnenkilometer um 33 Prozent und der Zugkilometer um 46 Prozent stemmen. Aber sie kann die zusätzlichen Verkehre nicht alleine aufnehmen.

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass wir unsere Ziele eines nachfragegerechten Verkehrs nur durch einen starken Mix aller Verkehrsträger erreichen können. Wir wollen unser Handeln daher nach Fakten und nicht nach Utopien ausrichten. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden, denn unser Land braucht Planungssicherheit bei Infrastrukturen.

Der wirtschaftliche Schaden maroder Brücken, überlasteter Trassen und gesperrter Kanäle ist enorm. Diese Nadelöhre müssen wir auflösen, denn die Alternative bedeutet eingeschränkte Teilhabe und Verlust von Wertschöpfung und Arbeitskräften.

Eine schlechtere Mobilität, eine schlechtere Versorgung, sind ein schlechtes Angebot an eine Gesellschaft. Das kann und darf nicht unser Anspruch sein. Daher setzen wir uns für Rahmenbedingungen ein, die Menschen selbstbestimmte Mobilität ermöglichen und unsere Wirtschaft nachhaltig stärken.

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