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Wissing: Schnellerer Autobahnbau wegen viel Straßengüterverkehr

Symbolbild Baustelle Autobahn Verkehrsetat
Symbolbild: Bundesverkehrsminister Volker Wissing will schneller Autobahnen bauen, um dem Straßengüterverkehr gerecht zu werden
© Foto: ollo/ iStock

Erstmals hat das Verkehrsministerium eine langfristige Verkehrsprognose erstellen lassen. Ressortchef Wissing versteht das als Argumentationshilfe für umstrittene Pläne. Speditionen und Transportunternehmen reagieren.


Datum:
06.03.2023
Autor:
Stefanie Schuhmacher/ dpa
Lesezeit:
3 min
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Der Güterverkehr in Deutschland steigt laut einer neuen Prognose des Verkehrsministeriums bis Mitte des Jahrhunderts deutlich an - vor allem auf der Straße. Der Lkw bleibe das dominierende Verkehrsmittel im Güterbereich, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Er bekräftigte vor diesem Hintergrund seine Forderung nach einem schnelleren Bau auch von Autobahnen.

Nach der Prognose im Auftrag des Ministeriums nimmt bis 2051 der Güterverkehr im Vergleich zu 2019 um fast die Hälfte zu. Bei der Straße wird mit einem Zuwachs um 54 Prozent gerechnet, der Güterverkehr auf der Schiene nehme um ein Drittel zu.


"Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass wir unsere Ziele eines nachfragegerechten Verkehrs nicht alleine durch den Ausbau von Schiene und Wasserstraße erreichen können."

Bundesverkehrsminister Volker Wissing


Es sei dringend Planungsbeschleunigung auch für die Straße notwendig. So müssten Nadelöhre beseitigt werden, die für Staus sorgten. Diese verursachten einen erheblichen wirtschaftliche Schaden. Wissing sprach sich für eine vorausschauende Verkehrsplanung aus.

Anhaltender Streit um Beschleunigung von Planungsverfahren

Über die Priorität bei einer Beschleunigung von Planungsverfahren schwelt in der Ampel-Koalition seit Wochen ein heftiger Streit.

Wissing machte deutlich, der Ausbau der Schiene habe für ihn oberste Priorität. Bei der Bahn sei aber in der Vergangenheit viel versäumt worden, das Netz sei überlastet. Das solle nun behoben werden, brauche aber Zeit. Die Alternative zu einem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auch bei der Straße sei es, Mobilität einzuschränken. Das aber würde weniger Wachstum und weniger Steuereinnahmen bedeuten.

Strukturwandel im Güterverkehr

Als Hauptgrund für die starke Zunahme des Verkehrs auf der Straße nennt das Ministerium einen Strukturwandel im Güterverkehr. Durch die Energiewende gebe es einen starken Rückgang bei Massen- und Energiegütern wie Kohle, Koks, Mineralölprodukten und Erzen, die bisher vor allem auf Schiene und Wasserstraße transportiert wurden.

Großes Wachstum dagegen gebe es bei Gütern, die überwiegend auf der Straße befördert werden, wie etwa Postsendungen oder Nahrungsmitteln.

Speditionen und Transportunternehmen reagieren

Darauf verwiesen auch die Fuhrunternehmen. Eine Entlastung durch die Schiene sei bei diesen Gütern nur in begrenztem Maße zu erwarten, teilte der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung in Frankfurt mit. "Wir haben in Deutschland marode Brücken, einen akuten Fahrermangel und der Netzausbau für Ladeinfrastruktur liegt in weiter Ferne." Diese Probleme müssten gelöst werden. Das Hauptwachstumssegment bleibe der kombinierte Verkehr auf Straße und Schiene.

Kritik kam auch von Umweltverbänden. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, kommentierte, die FDP habe kein Interesse an moderner und zukunftsfähiger Verkehrspolitik und auch nicht an der Einhaltung rechtsverbindlicher Klimaziele. Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future, die am Freitag für mehr Klimaschutz demonstrierte, forderte unter anderem einen Ausbaustopp für Autobahnen. 

Für das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, einem Zusammenschluss von Wettbewerbern der bundeseigenen Deutschen Bahn, kritisierte Geschäftsführer Peter Westenberger, die Studie des Ministeriums sei unbrauchbar. Es sei bedauerlich, dass die Gutachter "unhaltbare grobe Einschätzungen" zur Zukunft des Schienengüterverkehrs verbreiteten und im Ergebnis einen rückläufigen Marktanteil von 17,3 Prozent in 30 Jahren prognostizierten.

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