Lkw-Maut Europa 2025/2026: CO₂-Maut und Tarifänderungen

12.01.2026 10:30 Uhr | Lesezeit: 3 min
Maut Schild vor einer Autobahn
Aktuelle Mautsysteme für Lkw in Europa
© Foto: Jürgen Fälchle/stock.adobe.com

Von Deutschland über Österreich bis zu den Niederlanden: Die Lkw-Maut in Europa wird 2025 und 2026 deutlich teurer und komplexer. Kilometerabhängige Tarife, CO₂-Klassen und neue Mautsysteme stellen Transportunternehmen vor neue Herausforderungen.

Der Internationale Verband AISÖ gibt einen aktuellen Überblick über die Mautsysteme und anstehende Änderungen für schwere Nutzfahrzeuge in Europa. In nahezu allen Ländern gilt eine strecken- oder kilometerabhängige Maut, zunehmend unter Berücksichtigung von CO₂-Emissionsklassen.

Zentrale Entwicklungen im Überblick

Belgien
Für alle Nutzfahrzeuge über 3,5 t gilt eine kilometerabhängige Maut (Viapass/Satellic). Die Tarife richten sich nach Gewicht, Emissionsklasse, Straßentyp und Region.

Bulgarien
Lkw über 3,5 t zahlen eine streckenabhängige Maut.
Ab 1. September 2025: Erhöhung der Mautgebühren um ca. 10 Prozent.

Dänemark
Seit 1. Januar 2025 gilt ein kilometergenaues Mautsystem für Fahrzeuge ab 12 t. Die frühere Vignette wurde abgeschafft. Grundlage sind Strecke, Gewicht und CO₂-Klasse.

Deutschland
Mautpflicht für alle Güterfahrzeuge über 3,5 t tzGm. Die Berechnung erfolgt nach Kilometern, Gewicht, Achszahl, Schadstoff- und CO₂-Emissionsklasse.

Frankreich
Mautpflicht auf allen gebührenpflichtigen Autobahnen für Fahrzeuge über 3,5 t. Die Einstufung erfolgt nach Fahrzeugklasse, Achszahl und Emissionen.

Italien
Flächendeckende Autobahnmaut für Fahrzeuge über 3,5 t.
Eine CO₂-basierte Maut ist geplant, aber noch nicht eingeführt.

Kroatien
Streckenabhängige Maut auf Autobahnen und ausgewählten Schnellstraßen. Keine separate CO₂-Maut.

Luxemburg & Schweden
Mautpflicht für Fahrzeuge ab 12 t über das Eurovignetten-System, abhängig von Gültigkeitsdauer, Achszahl und CO₂-Klasse.

Niederlande
Ab 1. Juli 2026: Einführung einer kilometerabhängigen Lkw-Maut, die die Eurovignette ersetzt.

Österreich
Die Mauttarife ab 1. Januar 2026 stehen fest und wurden im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Grundlage ist weiterhin die GO-Maut mit CO₂-Differenzierung.

Polen
Ab 1. Januar 2026: Erhöhung der Mautgebühren um 4 % bis 6,6 %, abhängig von der Fahrzeugklasse.

Portugal & Spanien
Elektronische Mautsysteme für Fahrzeuge über 3,5 t, Abrechnung über OBU bzw. elektronische Streckenerfassung.

Schweiz & Liechtenstein
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Fahrzeuge über 3,5 t. Abrechnung nach Kilometern, Gewicht und Emissionsklasse.

Slowenien
Ab 1. November 2025: CO₂-Emissionsklasse wird bei der Mautberechnung berücksichtigt.

Slowakei
Bereits CO₂-differenzierte Mauttarife im Einsatz.


Lenk- und Ruhezeiten im VR-Blog thematisiert

In unserem VR-Blog für Lenk- und Ruhezeiten beschäftigt sich Olaf Horwarth, Mitglied im Tachographenforum der EU-Kommission, mit Fragestellungen und Rechtsangelegenheiten rund um die wichtigen Richtlinien der Lenk- und Ruhezeiten im Straßengüterverkehr. Der Zugang zu unseren Blogs ist für Abonnenten kostenfrei. Ein unverbindliches, zwei-monatiges Kennlern-Abo können Sie gerne hier abschließen. 

Ihre Fragen und Anregungen können Sie gerne an leru@tecvia.com oder direkt an unsere Rechtsredakteurin Marie Christin Wiens schicken.


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#Lkw-Maut Europa

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