Italien-Maut: Neue Regel entlastet Transportunternehmen

06.07.2026 13:35 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lkw-Maut-Reform 3er-Schild
Italien führt Mauterstattung bei Baustellen-Staus ein
© Foto: bluedesign/AdobeStock

Italien erstattet seit Juni Mautgebühren bei langen baustellenbedingten Staus. Auch Lkw und Transportunternehmen können profitieren.

Seit dem 1. Juni 2026 können Verkehrsteilnehmer in Italien unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil ihrer Mautgebühren zurückerhalten. Die Regelung gilt auch für den gewerblichen Güterverkehr und soll Fahrer sowie Unternehmen entlasten, wenn es auf Autobahnen aufgrund von Baustellen zu erheblichen Verzögerungen kommt.

Die Erstattung greift jedoch ausschließlich bei baustellenbedingten Staus und nicht bei Verkehrsstörungen durch Unfälle, Wetterereignisse oder Demonstrationen.


Anspruch auch für Transport-Unternehmen

Von der Regelung profitieren neben Pkw-Fahrern auch Transportunternehmen. Voraussetzung ist, dass die Verzögerung auf eine geplante Baustelle oder eine vom Autobahnbetreiber veranlasste Fahrstreifenreduzierung zurückzuführen ist.

Für die Berechnung wird die tatsächliche Fahrzeit mit einer erwarteten Fahrzeit verglichen. Dabei gelten für schwere Nutzfahrzeuge andere Referenzgeschwindigkeiten als für Pkw. Je nach Dauer der Verzögerung sind gestaffelte Rückerstattungen möglich.



Digitale Abwicklung über Mautsysteme

Für gewerbliche Flotten erfolgt die Bearbeitung in vielen Fällen automatisiert. Unternehmen, die elektronische Mautsysteme nutzen, können die Erstattung direkt über die entsprechenden Plattformen der Betreiber abwickeln.

Sind Fahrzeuge oder Mautboxen registriert, werden relevante Verzögerungen automatisch erfasst und berücksichtigt. Die Rückzahlungen erfolgen in der Regel gesammelt über die jeweiligen Abrechnungssysteme.

Zunächst nur auf bestimmten Strecken

Aktuell gilt das Cashback-Modell nicht auf dem gesamten italienischen Autobahnnetz. Es kommt vor allem auf Strecken von Betreibern zur Anwendung, die sich dem System angeschlossen haben.

Ab Ende 2026 soll die Regelung auch für Fahrten ausgeweitet werden, bei denen mehrere Betreiber beteiligt sind.


Brennerautobahn beteiligt sich ebenfalls

Auch die Brennerautobahn A22 bietet mittlerweile vergleichbare Rückerstattungen an. Damit reagiert der Betreiber auf die wiederkehrenden Verkehrsbehinderungen durch umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen entlang der wichtigen Nord-Süd-Transitroute.

Für den Güterverkehr gelten dabei grundsätzlich dieselben Bedingungen wie auf anderen teilnehmenden Autobahnabschnitten.




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