Die Situation bei den Trassenpreisen für den Güterverkehr drohe preislich zu entgleisen, warnt ein Bündnis aus Güterbahnen und Wirtschaftsverbänden. Die Verbände fordern Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) dazu auf, die „politische Hängepartie zu beenden und Lösungen vorzulegen“. Steigende Transportkosten und fehlende Planungssicherheit würden ansonsten zu immer stärkeren Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Wirtschaft, so die Warnung.
Geplant ist derzeit eine Preiserhöhung von 13 Prozent durch die DB InfraGo. Gleichzeitig will der Bund seine Fördermittel für die Trassenpreise um 145 Millionen Euro kürzen. Unter Berücksichtigung dieser geplanten Kürzung könnte der tatsächlich zu zahlende Trassenpreis für einen Standard-Güterzug 2027 gegenüber 2026 um rund 75 Prozent steigen, rechnet der Verband „Die Güterbahnen“ vor.
Unkalkulierbarkeit für die Akteure entlang der Lieferketten
Ab 2028 drohen laut den „Güterbahnen“ dann noch weitere drastische Erhöhungen: Nach aktuellem Stand soll der Transport von Gefahrgütern (z. B. Mineralöl, Chemie, Düngemittel) um 84 Prozent und für besonders schwere Güter (z. B. Erze, Kohle und Baustoffe) um 108 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ansteigen. Hier ist die Kürzung der Trassenpreisförderung bereits eingerechnet.
Da diese Güter kaum auf die Straße verlagert werden können, „drohen Produktionsrückgänge und die Abwanderung ins Ausland“, so das Verbändebündnis, das warnt: „Preiserhöhungen sind das eine Übel, das andere ist die Unkalkulierbarkeit für alle Akteure entlang der Lieferketten. Die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht leisten, dass ihre Transportkosten immer weiter steigen und die Politik strukturelle Probleme ungelöst lässt.“
Bund muss Trassenpreisförderung aufstocken
Die Verbände fordern, im Bundeshaushalt 2027 kurzfristig die Trassenpreisförderung für den Schienengüterverkehr von derzeit geplanten 200 Millionen Euro auf das aktuelle Niveau von 345 Millionen anzuheben, bis das aktuelle Trassenpreissystem grundlegend reformiert ist. Auch müsse sichergestellt werden, dass „die milliardenschweren Instandhaltungszuschüsse des Bundes tatsächlich bei den Nutzern der Schiene ankommen“.
Abschließend heißt es in einem Statement des Bündnisses: „Wenn die Bundesregierung bei der Trassenpreisförderung erheblich aufstockt, wäre dies in kurzfristiger Perspektive ein wichtiger Schritt nach vorn, allerdings bleibt die Einführung eines dauerhaft tragfähigen Preissystems unverzichtbar.“