Geotab-Daten: Leerlauf kostet Flotten monatlich viel Geld

04.05.2026 09:29 Uhr | Lesezeit: 3 min
Person using digital tablet managing logistics operations with truck fleet, tracking cargo and planning delivery routes
Geotab: Leerlauf kostet Flotten monatlich viel Geld (Symbolbild)
© Foto: StokHunt/ AdobeStock

Geotab‑Daten zeigen: Steigende Dieselpreise und 53 Minuten Leerlauf pro Tag treiben die Kosten. Telematik soll Effizienz und Resilienz verbessern.

Geopolitische Spannungen verschärfen den Kostendruck im Flottenbetrieb – vor allem, weil Energiepreise nicht nur steigen, sondern zunehmend volatil und schwer planbar sind. Seit Jahresbeginn haben sich die Kraftstoffpreise in Europa deutlich verteuert: Benzinpreise stiegen im Schnitt um 17 Prozent, Diesel sogar um 37 Prozent – in einzelnen EU‑Ländern teils noch stärker.

Die Folge: Schwankungen treffen Fuhrparks unmittelbar und machen ineffiziente Prozesse sichtbar, die in stabileren Marktphasen weniger stark ins Gewicht fallen.


Leerlaufzeiten treiben Kosten – 53 Minuten pro Tag im Stand

Ein zentraler Kostentreiber ist der Leerlauf. Ein durchschnittlicher Lkw in Europa steht 53 Minuten pro Betriebstag im Leerlauf, was rund 14,6 Prozent der gesamten Motorlaufzeit entspricht. Daraus ergeben sich etwa 67 Liter Kraftstoffverbrauch pro Fahrzeug und Monat, die allein im Stand verbrannt werden.

Bei aktuellen Kraftstoffpreisen entspricht das rund 142 Euro pro Fahrzeug und Monat – bereits 38 Euro mehr als zu Jahresbeginn. Hochgerechnet auf ganze Fuhrparks wird daraus schnell ein relevanter Kostenblock:

  • Eine 20‑Lkw‑Flotte verursacht dadurch rund 2.840 Euro Leerlaufkosten pro Monat (zu Jahresbeginn etwa 2.080 Euro).
  • Bei 1.000 Lkw summieren sich die Leerlaufkosten auf etwa 142.000 Euro pro Monat.

Leerlaufzeiten lassen sich zwar nicht vollständig vermeiden, etwa für Kühlaggregate, Hydrauliksysteme oder die Klimatisierung im Fahrerhaus. Ein relevanter Anteil entsteht jedoch durch grundsätzlich vermeidbare Prozesse. Voraussetzung für Optimierungen ist Transparenz darüber, wann und warum Fahrzeuge im Leerlauf stehen.



Telematik als Hebel für Effizienz und Resilienz

Genau hier setzt der Einsatz von Telematiksystemen an. Daten zu Fahrverhalten, Routeneffizienz, Standzeiten und Kraftstoffverbrauch werden zentral zusammengeführt und ausgewertet. So entsteht ein ganzheitliches Bild des Fuhrparkbetriebs, das zeigt, wo sich Kosten und Verbrauch gezielt senken lassen.

Aktuelle Auswertungen zeigen zudem Veränderungen im Fahrverhalten: Die gefahrenen Distanzen lagen von Januar bis Ende März 2026 oft über dem saisonalen Durchschnitt. Im April war erstmals ein deutlicher Rückgang zu beobachten. In der Woche ab dem 6. April sank die Fahrzeugbewegung europaweit um rund zehn Prozent unter den Quartalsdurchschnitt – zeitgleich mit neuen Höchstständen bei den Kraftstoffpreisen. Deutschland verzeichnete in diesem Zeitraum Rückgänge von rund 16 Prozent innerhalb einer Woche.

Zwar spielten auch die Osterfeiertage eine Rolle, die Größenordnung des Rückgangs liegt jedoch deutlich über typischen Feiertagseffekten. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass Flotten verstärkt datenbasierte Entscheidungen treffen – etwa durch die Konsolidierung von Routen oder eine kritischere Prüfung einzelner Fahrten.

Fazit: Daten werden zum Stabilitätsfaktor

Volatile Energiepreise machen die Kostenplanung im Flottenbetrieb zunehmend schwieriger. In diesem Umfeld wird der direkte Zugriff auf eigene Betriebsdaten zum entscheidenden Instrument, um Leerlaufzeiten, ungenutzte Routenpotenziale oder fahrverhaltensbedingte Mehrkosten sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren.

Telematik entwickelt sich damit von einem Effizienztool zu einer zentralen Grundlage für Resilienz und Wirtschaftlichkeit im Flottenmanagement.

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