Das Ziel sei es, „mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen“, wofür Digitalisierung und Automatisierung eine wesentliche Voraussetzung seien, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Er betonte dabei „Die Digitale Automatische Kupplung ist hier eine Schlüsseltechnologie.“ Nun wurde bei einer Abschlussveranstaltung am Dienstag, 2. Juni, bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn Gesellschaft (WLE) in Lippstadt die Ergebnisse des Forschungsprojekts „DAK‑Demonstrator“ vorgestellt. Auf dem Gelände der WLE wurden die im Projekt erprobten Digitalen Automatischen Kupplungen (DAK) im realen Betrieb präsentiert.
Projekt zeigt das Potenzial der Digitalen Automatischen Kupplung
Bis heute werden Güterwagen in Deutschland und Europa überwiegend mit der klassischen Schraubenkupplung von Hand gekuppelt – ein Verfahren, das sich laut Bundesverkehrsministerium „seit mehr als 100 Jahren“ kaum verändert habe. Der Prozess ist zeitaufwändig und wenig wirtschaftlich: Neben hohen Kosten entstehen durch die manuelle Praxis längere Zugbildungszeiten, höherer Personalbedarf und ein Wettbewerbsnachteil der Schiene gegenüber der Straße.
Mehr Leistung auf der Schiene ermöglichen
Die Digitale Automatische Kupplung soll das ändern. Minister Schnieder führte aus, welche Vorteile man sich von der Technik erhofft: „Sie macht das Kuppeln sicherer, effizienter und eröffnet neue Möglichkeiten für mehr Leistung auf der Schiene. Mit dem DAK‑Demonstrator haben wir gemeinsam mit der Branche gezeigt, welches Potenzial in dieser Technologie steckt.“
Tests unterschiedlicher DAK‑Systeme im Schienengüterverkehr
Das Projekt wurde seit 2020 im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums von dem Konsortium „DAC4EU“ durchgeführt. Beteiligte Partner sind neben dem Konsortionalführer Deutsche Bahn, die DB Cargo, SBB Cargo, Rail Cargo Austria sowie Ermewa SA, GATX Rail Europe und VTG Rail Europe. In mehreren Phasen wurden unterschiedliche DAK‑Systeme im europäischen Schienengüterverkehr getestet, weiterentwickelt und unter realen Betriebsbedingungen erprobt – vom Rangierbahnhof über internationale Streckenverkehre bis hin zum Einsatz auf Fährverbindungen.
Eignung für den Schienengüterverkehr nachgewiesen
Der Bund stellte insgesamt rund 30 Millionen Euro bereit, um die Weiterentwicklung der Kupplungssysteme zu begleiten. Mit dem Abschluss des Projekts sei ein wichtiger Meilenstein für die Modernisierung des Schienengüterverkehrs erreicht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weiteren europäischen und nationalen Programme zur Einführung der DAK einfließen. Die Testergebnisse zeigen laut Bundesverkehrsministerium, dass die Digitale Automatische Kupplung „ihre Eignung für den Schienengüterverkehr nachgewiesen hat“. Nun gehe es darum, „sie unter realen Bedingungen im Betrieb zu erproben und einen Roll-Out vorzubereiten“, sagte Bundesverkehrsminister Schnieder.