Der Verband Allianz pro Schiene will im Projekt „Güterverkehr Reloaded“ herausfinden, wie der Schienengüterverkehr weiterwachsen und neue Geschäftsfelder erschließen kann. Ziel sei, den klimafreundlichen Warentransport auf der Schiene in Deutschland voranzubringen, wie der Verband weiter mitteilt.
Basis: Marktanalyse und Entwicklung der Güterstrukturen auf der Schiene
Basis für das Projekt ist eine Studie von SCI, die der Verband in Auftrag gegeben hat. Sie hat den sogenannten Güterstruktureffekt untersucht (Link zur Kurzstudie auf der Webseite der Allianz pro Schiene (PDF).
Fragen waren unter anderem:
- Was wird auf der Schiene transportiert und hat sich dies verändert?
- Wie hat sich der Marktanteil der Schiene entwickelt?
- Wo liegen Wachstumspotenziale für die Zukunft?
Wichtigste Erkenntnisse der Studie, so der Verband:
- Die Zeiten, in denen Kohle, Erze oder Rohöl den Warentransport auf der Schiene dominierten, sind vorbei.
- Der Transport von Einzelwaren wie Päckchen und Paketen nimmt zum Beispiel auf der Schiene zu.
- Auch bei der Beförderung von Containern ist die Nachfrage deutlich gewachsen.
- Die Schiene konnte ihren Marktanteil zwischen 2010 und 2024 von 17,6 auf 20,7 Prozent steigern.
Die Steigerung sei trotz des Strukturwandels im Güterverkehr und trotz knapper Kapazitäten auf den Gleisen möglich gewesen, wie der Verband betont.
Weitere Schritte im Projekt: Analysen, Expertenworkshops und Handlungsempfehlungen für die Verkehrswende
Das Projekt startet nun in seine aktive Phase. Bis zum Sommer 2027 will der Verband erforschen, wie eine stärkere Verlagerung auf die Schiene gelingen kann, der Schienengüterverkehr für einen klimafreundlicheren Warentransport in Deutschland weiterwachsen und neue Geschäftsfelder erschließen kann.
„Güterzüge produzieren nur einen Bruchteil der Treibhausgase verglichen mit dem Lkw. Daher sollten sie in allen Warengruppen noch viel stärker genutzt werden“, so Bernhard Knierim, Referent Projekte und Verkehr. Er leitet das Projekt „Güterverkehr reloaded“ bei der Allianz pro Schiene.
Man wolle im Projekt nun verschiedene Punkte analysieren. Dazu zählen:
- Welche technischen und organisatorischen Innovationen gibt es im Schienengüterverkehr?
- Wie kann man sie ausbauen?
- Wie entwickelt sich der Markt und welche Chancen bietet dies?
- Wie kann sich der Schienengüterverkehr neue Geschäftsfelder erschließen?
- Welche Weichenstellungen braucht es dafür von der Bundespolitik?
In weiteren Schritten sind dafür Workshops geplant, in denen Fachleute aus der transportierenden Wirtschaft und aus dem Eisenbahnsektor gemeinsam Lösungen entwickeln sollen, wie es auf der Projektwebseite heißt. Ziel des Projektes ist demnach, ein Positionspapier zu erarbeiten, das Handlungsempfehlungen an die Branche und an die Politik formuliert.
Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt gefördert.