Belgien will ab Mai 2027 eine Maut für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 3,5 Tonnen einführen, wie der ADAC mitteilt: Die Gebühr soll auf Autobahnen und Regionalstraßen gelten. Darauf haben sich nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga die Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel verständigt.
Geplant ist eine Mautplakette, die sowohl online über eine elektronische Plattform als auch an Tankstellen erhältlich sein soll. Die Regelung soll für inländische und ausländische Fahrzeuge gleichermaßen gelten.
Belgien führte am 1. April 2016 die kilometerabhängige Lkw-Maut ein.
Mit der Einführung der neuen Maut sollen Autofahrer für die Nutzung des belgischen Straßennetzes bezahlen. Die Plakette soll auf Autobahnen und regionalen Straßen verpflichtend werden.
Nach den bisherigen Planungen können Nutzer die Maut digital erwerben. Zudem soll der Kauf an Tankstellen möglich sein.
Die Höhe der Gebühr soll sich nach dem jeweiligen Fahrzeug richten. Für Elektrofahrzeuge ist eine Jahresgebühr von 90 Euro vorgesehen. Ältere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sollen mit bis zu 125 Euro pro Jahr belastet werden.
Neben den Jahrestarifen sind auch Kurzzeitangebote geplant. Vorgesehen sind Mautoptionen für Zeiträume von einem Tag bis zu zwei Monaten.
Nicht alle Verkehrsteilnehmer sollen von der neuen Regelung betroffen sein. Nach den bisherigen Plänen sollen unter anderem Motorräder und Reisebusse von der Mautpflicht ausgenommen werden.
Ob Fahrzeuge über eine gültige Maut verfügen, wollen die Behörden mit Kameras kontrollieren. Wer ohne gültige Plakette unterwegs ist, muss nach den aktuellen Planungen mit einem Bußgeld von 70 Euro rechnen.
Noch nicht geklärt ist, ob belgische Autofahrer im Gegenzug über eine Reform der Kfz-Steuer entlastet werden. Ebenso ist offen, wie eine mögliche Entlastung konkret ausgestaltet werden könnte.
Die Frage einer Kompensation über die Kfz-Steuer spielte bereits bei der geplanten Pkw-Maut in Deutschland eine zentrale Rolle. Das Vorhaben wurde 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gestoppt. Hintergrund war unter anderem die vorgesehene Entlastung inländischer Fahrzeughalter über die Kfz-Steuer.