Einsatz von Wasserstoff im Flugverkehr

20.05.2026 16:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Kurz- bis mittelfristig biete der Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb Chancen, so ein Ergebnis der Studie
© Foto: Flughafen Köln/Bonn

Der Frage, welche Rolle Wasserstoff bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen kann, widmet sich eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik. Die Antwort fällt differenziert aus.

Während der Straßenverkehr bei der Dekarbonisierung Fortschritte macht, steht man beim Luftverkehr noch am Anfang. Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) zeigt nun auf, wie Wasserstoff schrittweise und wirtschaftlich tragfähig an Flughäfen eingesetzt werden könnte. Die Analyse kommt vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), herausgegeben wird sie von der NOW GmbH. Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz im Flugbetrieb ist demnach nicht zu erwarten – die Technik im Flugzeug befindet sich noch in der Entwicklung.

Schnieder fordert richtige Weichenstellung

Stattdessen könnten zunächst nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Entsprechend erscheine „ein großskaliger Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff derzeit über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus nicht sinnvoll“, so das BMV. „Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte. Die Studie zeigt, dass wir jetzt die richtigen Weichen stellen müssen: mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

Einsatz von Wasserstoff im Vorfeldbetrieb

Kurz- bis mittelfristig biete insbesondere der Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb Chancen. Dazu zählt die Analyse Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen seien grundsätzlich umsetzbar und sollten in klar abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden. Gleichzeitig zeige die Studie, dass „diese Anwendungen allein nicht ausreichen, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten“, so das BMV. Begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten blieben „zentrale Herausforderungen“.

Regionale Vernetzung als Chance für die Flughäfen

Die Studie spricht sich zudem für eine stärkere regionale Vernetzung aus. So könnten Flughäfen ihre Wasserstoffinfrastruktur perspektivisch auch für externe Nutzer öffnen – etwa für Logistik- und Güterverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr oder angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte. In solchen Multi-Use-Ökosystemen würden Flughäfen „eine Rolle als Integratoren und Ermöglicher“ übernehmen, ohne zwingend selbst als Betreiber der Infrastruktur aufzutreten. Die Studie mache deutlich, dass „Wasserstoff an Flughäfen sinnvoll, tragfähig und zukunftsfähig eingesetzt werden kann – doch es wird kein Sprint, sondern ein systemischer Transformationsprozess“, sagte Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH.



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