In der Europäischen Union gibt es laut Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas keinen Hinweis auf großflächige Flugstornierungen in den nächsten Monaten. „Die Treibstoffvorräte für kommerzielle Flugzeuge stehen in Teilen Europas unter Druck“, räumte Tzitzikostas nach einer Videokonferenz mit Verkehrsministern der EU-Staaten ein. Man verfolge die Situation eng. „Zum jetzigen Zeitpunkt kommt der Markt jedoch mit dem Druck zurecht, und es gibt keine Anzeichen für tatsächliche Engpässe.“
Keine weit verbreiteten Flugausfälle zu erwarten
Manche Unternehmen hätten nicht mehr rentable Flüge gestrichen – aber nicht aus Mangel an Kerosin, sondern wegen der hohen Treibstoffpreise. „Und wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anzeichen dafür, dass es in den kommenden Wochen oder Monaten zu weit verbreiteten Flugausfällen kommen wird“, so der EU-Kommissar. Von der Internationalen Energieagentur (IEA) hatte es dagegen am Wochenende geheißen, mehrere europäische Länder könnten wegen der Lage in der Straße von Hormus in den kommenden sechs Wochen „einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen“.
EU will neue Treibstoffbeobachtungsstelle einrichten
Falls nötig, könne und werde Europa Notfallvorräte freigeben, sagte der Kommissar. Bislang sei dies aber nicht der Fall. Die EU-Kommission will noch diese Woche verschiedene Maßnahmen und Vorhaben für die kommenden Wochen und Monate präsentieren. Tzitzikostas kündigte an, es werde die Einrichtung einer neuen Treibstoffbeobachtungsstelle bekanntgegeben, die die Versorgung und die Lagerbestände von Transportkraftstoffen überwachen werde. Die Brüsseler Behörde prüfe zudem, ob es nötig sein könnte, dass Mitgliedstaaten einen Notfallvorrat an Kerosin vorhalten.