Die Kühne+Nagel-Gruppe (K+N) hat im ersten Quartal 2026 auch aufgrund der Krise im Nahen Osten Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen müssen. Wie der Schweizer Logistikkonzern meldet, sank der Gesamtumsatz um zwölf Prozent auf 5,6 Milliarden Schweizer Franken (Mrd. CHF). Das entspricht umgerechnet rund 6,1 Mrd. Euro. Das EBIT sank um 15 Prozent auf 343 Millionen (Mio.) CHF, der Nettogewinn um 18 Prozent auf 248 Mio. CHF.
Seelogistik leidet unter Krise im Nahen Osten
Hart getroffen hat es die Sparte Sea Logistics. Hier brach der Umsatz um 25 Prozent auf 1,9 Mrd. CHF ein, der operative Gewinn (EBIT) ging um 46 Prozent auf 113 Mio. CHF zurück. „Die Seelogistik war kurzfristig von Störungen im Nahen Osten betroffen. Wir beobachten die Situation aufmerksam, insbesondere im Hinblick auf steigende Energiepreise und die möglichen Auswirkungen auf die Verbrauchernachfrage“, erklärte Stefan Paul, CEO Kuehne+Nagel International.
Luftfracht ebenfalls rückläufig
Das Segment Air Logistics erzielte im ersten Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 1,6 Mrd. CHF (minus neun Prozent), wobei das EBIT 111 Mio. CHF erreichte (minus vier Prozent).
Road Logistics profitiert von Landbrücken
Zulegen konnte im ersten Quartal der Geschäftsbereich Road Logistics. Hier fuhr K+N einen Nettoumsatz von 908 Mio. CHF ein, was einem Plus von vier Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das EBIT verbesserte sich um 32 Prozent auf 25 Mio. CHF.
Während der Iran-Krieg das Geschäft in der Seefracht stark beeinträchtigt, ist es im Landverkehr genau umgekehrt: Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten habe K+N durch die Einrichtung von Landbrücken, beispielsweise durch Lkw-Transportdienste von Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate, zur Sicherung der regionalen Lieferketten beigetragen, heißt es von Konzernseite.
Kontraktlogistik mit stabilem Umsatz und höherem EBIT
Die Kontraktlogistik bewegte sich im ersten Quartal 2026 mit einem Nettoumsatz von rund 1,2 Milliarden CHF auf Vorjahresniveau. Das EBIT kletterte um 65 Prozent auf 94 Mio. CHF. Aus dem Verkauf einer Immobilie in Deutschland hatte der Konzern aber auch einen einmaligen positiven Effekt in Höhe von 35 Mio. CHF verbucht.
EBIT‑Prognose für 2026 angepasst
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Kühne+Nagel aufgrund des Ergebnisses im ersten Quartal neu ein operatives EBIT in der Bandbreite von 1,25 bis 1,40 Mrd. CHF.