Bayern schlägt wegen immer mehr Streckensperrungen und Langsamfahrstellen bei der Deutschen Bahn Alarm. In einem Brandbrief an Infrastrukturvorstand Philipp Nagl nennt Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) die Lage besorgniserregend und eine Zumutung und fordert Abhilfe. Im letzten Halbjahr sei allein die Zahl der Langsamfahrstellen in Bayern von 100 auf rund 120 angestiegen. Dazu kämen noch mängelbedingte Streckensperrungen. In seinem Brief an die DB Infra Go nennt er die Lage „besorgniserregend“ und spricht von einer Zumutung.
Bayern fordert Masterplan mit konkreten Schritten
Die Sanierung von Hochleistungskorridoren sei wichtig. Aber das bedeute nicht, dass der Verkehr in der Fläche so stark vernachlässigt werden dürfe. Die Bahn müsse schnellstmöglich einen nachvollziehbaren Masterplan mit konkreten Schritten vorlegen, wie die Langsamfahrstellen im Freistaat zügig und nachhaltig reduziert werden könnten, fordert Bernreiter. Denn gerade in Bayern bekomme die DB InfraGo das Problem mit den Langsamfahrstellen nicht in den Griff, so Bernreiter weiter. Vor allem für die Verkehre rund um München und Augsburg sei die Lage dramatisch.
Langsamfahrstellen und Streckensperrungen über Monate
Besonders zugespitzt habe sich die Lage aber auf den Strecken von München Richtung Mühldorf, Mittenwald oder Ingolstadt, zwischen Donauwörth und Nördlingen sowie zwischen Nürnberg Nordost und Gräfenberg. Auch die Verbindungen von München ins Allgäu seien mit Langsamfahrstellen gespickt – und zuletzt habe der Netzbetreiber DB InfraGo weitere Baumaßnahmen mit erheblichen Einschränkungen angekündigt. Oftmals würden Langsamfahrstellen oder Streckensperrungen über viele Monate nicht beseitigt, weil es an nötigen Ressourcen und Maschinen fehle, kritisiert Bernreiter ´´. Dieser Zustand sei „so nicht mehr hinnehmbar“, schreibt er.