Aufgrund der außergewöhnlich niedrigen Pegelstände ist auch der Rhein vielerorts nur eingeschränkt nutzbar. Besonders betroffen sind rohstoffintensive Branchen wie die Stahl- und Metallindustrie, deren Versorgung in hohem Maße von funktionierenden Transportketten abhängt.
Um Engpässe im Binnenschiffsverkehr auszugleichen, hat die Captrain Deutschland-Gruppe ihre Transportkapazitäten auf der Schiene ausgeweitet. Nach Angaben des Unternehmens sollen zusätzliche und erweiterte Verkehre dabei helfen, die Versorgung der Industrie mit Kohle und Koks auch unter den aktuellen Bedingungen sicherzustellen.
Zusätzliche Kohlezüge zwischen Wilhelmshaven und dem Ruhrgebiet
Seit Anfang August verkehren drei bis vier zusätzliche Umläufe pro Woche zwischen Wilhelmshaven und dem Ruhrgebiet. Pro Umlauf werden rund 1.900 Tonnen Kohle transportiert.
Zum Einsatz kommt dabei eine Zweikraftlokomotive des Typs Vectron Dual Mode. Die Lokomotive kann sowohl auf elektrifizierten als auch auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden und ermöglicht damit eine durchgehende Traktion und möglichst kurze Laufzeit.
Ausbau bestehender Transportverbindungen
Neben den zusätzlichen Verkehren hat Captrain eine bestehende Verbindung zwischen Wilhelmshaven und dem Ruhrgebiet erweitert. Durch die Erhöhung der Anzahl der Wagengruppen sowie der Wagenzahl pro Gruppe können nach Unternehmensangaben zusätzlich rund 4.000 Tonnen Kohle pro Woche auf die Schiene verlagert werden.
Mehr Kapazität für Kokstransporte
Auch im internationalen Verkehr wurden bestehende Kapazitäten ausgebaut. Eine Verbindung für Kokstransporte zwischen Deutschland und Frankreich wurde von bislang vier auf fünf Umläufe pro Woche erhöht. Dadurch können zusätzlich rund 2.000 Tonnen Koks transportiert werden.
Schiene als Alternative bei Niedrigwasser
„Die kurzfristige Verlagerung für die Industrie lebenswichtiger Rohstofftransporte auf die Schiene belegt das Potenzial der Schiene, auch in Krisenzeiten zuverlässige Logistik und damit stabile Lieferketten zu ermöglichen“, sagt Denny Jünemann, Geschäftsführer des Captrain-Unternehmens Captrain Deutschland Cargo West (CCW).
„Als verlässlicher Partner stehen wir bereit, kurzfristig Lösungen zu entwickeln, um die Logistikanforderungen der Industrie auch unter schwierigen Bedingungen zu erfüllen“, so Jünemann.
Auch RheinCargo und Kombiverkehr erhöhen die Transportkapazitäten: Während RheinCargo die Rohstoffversorgung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) mit zusätzlichen Güterzügen zwischen Rotterdam und Duisburg ergänzt, stellt Kombiverkehr kurzfristig freie Schienenkapazitäten für Verlagerungen bereit und erhöht ab September die Transportkapazität auf der Relation Köln–Basel um weitere 400 TEU.