Wegen des anhaltenden Niedrigwassers auf den Binnenwasserstraßen erleichtert Sachsen-Anhalt vorübergehend den Transport von Gütern auf der Straße, wie die dpa mitteilt: Ab sofort können Transporte mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen auch dann als Großraum- oder Schwertransport genehmigt werden, wenn die Ladung grundsätzlich teilbar ist.
Sonderregelung gilt bis Ende September
Die Ausnahmeregelung in Sachsen-Anhalt gilt bis einschließlich 30. September, so die dpa weiter: Sie kommt ausschließlich für Transporte infrage, die aufgrund des Niedrigwassers von Binnenwasserstraßen auf die Straße verlagert werden müssen.
Nach den bislang geltenden Vorschriften setzt eine Genehmigung als Großraum- oder Schwertransport unter anderem voraus, dass die Ladung nicht ohne Weiteres auf mehrere Fahrzeuge oder Fahrten aufgeteilt werden kann. Auf diese Voraussetzung wird bei Transporten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen vorübergehend verzichtet.
Die übrigen rechtlichen Anforderungen und Genehmigungsvorschriften für Großraum- und Schwertransporte bleiben weiterhin bestehen.
Niedrige Pegel beeinträchtigen die Binnenschifffahrt
Der trockene Sommer hat auf zahlreichen deutschen Binnenwasserstraßen zu niedrigen Wasserständen geführt. Dadurch können Schiffe abhängig von den jeweiligen Pegelständen weniger Ladung transportieren.
Nach Angaben des Ministeriums belastet dies wichtige Liefer- und Logistikketten. Um den Warenverkehr dennoch aufrechtzuerhalten, wird ein Teil der Güter auf den Straßenverkehr verlagert, weshalb auch Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lastwagen gelockert wurden.
Dies habe laut ADAC bisher nicht zu größeren Staus auf deutschen Straßen geführt.
Ministerium sieht Entlastung für Transportketten
Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) erklärte, mit der Sonderregelung könnten die betroffenen Transporte unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt werden. Die Wirtschaft erhalte dadurch mehr Flexibilität. Auch die Logistikbranche begrüßte die Regelung. Durch die höhere mögliche Ladungsmenge könne die Zahl der notwendigen Fahrten reduziert und könnten die Folgen gestörter Lieferketten zumindest abgemildert werden, erklärte Sven Köcke, Vorsitzender des Logistikbeirats des Landes.