Dieselpreise: IRU fordert Unterstützung für Transporteure

26.10.2026 08:23 Uhr | Lesezeit: 3 min
Links im Bild fährt ein Lkw auf einer Straße, rechts teils transparent darübergeschnitten eine Hand, die in einen Taschenrechner Zahlen eingibt mit einer blauen Grafenlinie, die zum Beispiel wirtschaftliche Entwicklungen darstellen könnte (Auf und ab)
Hohe Dieselpreise: IRU drängt EU-Kommission zum Handeln (Symbolbild)
©Foto: Grispb/stock.adobe.com

Steigende Dieselpreise erhöhen den Kostendruck auf die europäischen Straßentransportunternehmen. Die IRU fordert deshalb Unterstützung von der EU-Kommission. Konkret geht es um staatliche Hilfen und strengere Regeln gegen verspätete Zahlungen. Proteste und Blockaden lehnt der Verband dagegen ab.

Die steigenden Dieselpreise setzen Straßentransportunternehmen in Europa zunehmend unter finanziellen Druck. Der internationale Straßentransportverband IRU fordert deshalb gezielte Maßnahmen der Europäischen Union. In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verlangt der Verband Unterstützung insbesondere für Unternehmen, die von den höheren Kraftstoffkosten infolge der Nahostkrise betroffen sind.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund von Protesten und spontanen Blockaden durch Verkehrsunternehmen in mehreren EU-Ländern. Die IRU und ihre nationalen Mitgliedsverbände distanzieren sich von solchen Aktionen. Stattdessen spricht sich der Verband für Dialog und eine Zusammenarbeit mit der Politik aus, um funktionierende Logistikketten und die Personenmobilität zu gewährleisten.

Diesel macht rund 30 Prozent der Betriebskosten aus

Wie stark höhere Kraftstoffpreise Straßentransportunternehmen treffen können, verdeutlicht die IRU mit Zahlen zum Dieselverbrauch und zur Kostenstruktur der Branche.

„Lkw, Busse und Reisebusse in der gesamten EU verbrauchen jeden Monat etwa 6,8 Milliarden Liter Diesel. Da Kraftstoff etwa 30 % der Betriebskosten ausmacht und viele Betreiber mit Margen von nur 1–3 % arbeiten, belasten die Preise erheblich die Unternehmen“, sagte IRU-Generalsekretär Habib Turki.

Besonders schwierig sei die Situation für kleine und mittlere Unternehmen, die einen großen Teil der Branche ausmachen. Viele von ihnen verfügten nach Angaben der IRU nicht über ausreichende finanzielle Reserven, um starke Dieselpreisanstiege aufzufangen.

Zusätzlich verschärften verspätete Zahlungen die finanzielle Situation der Unternehmen. Gezielte Maßnahmen auf EU-Ebene könnten nach Ansicht des Verbandes zur Stabilisierung beitragen.


IRU fordert zwei konkrete Maßnahmen von der EU

In ihrem Schreiben nennt die IRU zwei zentrale Forderungen. Zum einen soll der temporäre staatliche Hilfsrahmen im Zusammenhang mit der Nahostkrise um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2027 verlängert werden. Die bestehenden Regelungen für den Straßenverkehr sollen dabei erhalten bleiben.

Zum anderen fordert die IRU eine eigene EU-Verordnung gegen verspätete Zahlungen im gewerblichen Straßenverkehr. Nach Vorstellung des Verbandes soll darin eine maximale Zahlungsfrist von 30 Tagen festgeschrieben und wirksam durchgesetzt werden.

Damit rückt neben den unmittelbar steigenden Betriebskosten auch die Liquidität der Transportunternehmen in den Fokus.



IRU spricht sich gegen Blockaden aus

Trotz des steigenden wirtschaftlichen Drucks lehnt die IRU Protestaktionen und Blockaden ab. „Operatoren brauchen praktische Lösungen, keine Störungen. Wir unterstützen keine Proteste und Blockaden“, erklärte Turki.

Der Verband setze stattdessen auf einen konstruktiven Dialog und gezielte politische Maßnahmen. Diese sollen die Belastungen für die Unternehmen reduzieren, die Kontinuität der Verkehrsdienstleistungen sichern und die Widerstandsfähigkeit der Branche stärken.


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