Für die erste gemeinsam elektrifizierte E2E-FMCG-Lieferkette (E2E: End-to-End; FMCG: schnelldrehende Konsumgüter) werden Markenartikelhersteller Mars und das Lebensmittelhandelsunternehmen Rewe inklusive der beteiligten Unternehmen Einride, L.I.T. AG und Rigterink mit dem Deutschen Logistik-Preis 2026 der Bundesvereinigung Logistik (BVL) ausgezeichnet. Mit ihrem Konzept der nachhaltigen Supply Chain haben sie es auf Platz eins geschafft. Mit dem Deutschen Logistik-Preis prämiert die BVL in der Praxis realisierte Logistikkonzepte, die von Unternehmen aus Industrie, Handel und dem Dienstleistungssektor eingereicht werden können. Im Zentrum steht dabei stets die Frage: Ist ihre Logistik innovativ?
Der Preis wird seit 1984 vergeben. Die Preisträger der letzten sechs Jahre waren Strauss (2025), Denkinger Internationale Spedition (2024), Dachser & Fraunhofer IML (2023), SMS-Group (2022), DB Cargo, Voest-alpine, Logserv, Cargoserv (2021) oder Dm Drogerie Markt (2020), um nur einige Namen zu nennen. In der Jury des Preises ist unter anderem auch Gerhard Grünig, Chefredakteur der VerkehrsRundschau, vertreten.
Platz 1 für Mars und Rewe
Ist eine durchgängig elektrifizierte E2E-Lieferkette vom Werk bis ins Regal heute schon realisierbar? Das war die Ausgangsfrage und Vision von Mars und Rewe. Mit ihren Partnern, der Technologiefirma Einride sowie den Transport- und Logistikunternehmen L.I.T. und Rigterink entwickelten sie eine Lösung, die es in dieser Form in der Konsumgüterbranche bislang nicht gab. Getestet wurde das Konzept auf dem elektrifizierten E2E-Korridor, der die Produktionsstätten von Mars in Veghel/Niederlande, Viersen und Verden über die Distributionszentren mit den Rewe-Filialen in Oranienburg und Berlin verbindet – 1135 Streckenkilometer laufen damit vollständig elektrifiziert. Größte Herausforderung dabei war nicht die Technik, sondern die Synchronisation aller Partner entlang der gesamten Lieferkette. Gleichwohl hat sich die Lösung im Praxiseinsatz bewährt und zahlt in die Nachhaltigkeit ein. Insgesamt über 3500 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr haben die Projektpartner damit nach eigenen Angaben eingespart. Die nun ausgezeichnete Lösung sehen sie deshalb jetzt als Blaupause für weitere elektrifizierte Zustellungen.
Rüdinger Spedition erringt Platz 2
Unter die Finalisten des Deutschen Logistik-Preises 2026 schaffte es auch die Rüdinger Spedition in Krautheim, die mit ihrer Lösung eindrucksvoll aufzeigt, wie sich E-Lkw in der Stückgutlogistik wirtschaftlich einsetzen lassen – ohne Aufpreis für den Kunden. Am Ende schaffte es der Mittelständler damit auf den zweiten Platz! So werden Sendungen schon heute per Rüdinger-E-Lkw abgeholt und damit CO₂-frei transportiert. Ebenfalls elektrisch und emissionsfrei erfolgen die Hauptläufe in der Nacht zum Hub. Die Zustellung der Sendungen über Partnerspeditionen erfolgt zwar noch mit konventionellen Diesel-Lkw. Im Gegenzug stellt allerdings die Rüdinger Spedition Sendungen ihrer Partnerspeditionen per E-Lkw zu. Der Clou dabei: Die elektrische Gegenleistung wird bilanziell mit der konventionellen Zustellung verrechnet; im Sinne der Klimabilanz ergibt sich dadurch ein CO2-freier Transport. Insgesamt 36 E-Lkw (ein 3,5-Tonner, fünf 7,5-Tonner, neun 18-Tonner und 21 E-Sattelzugmaschinen) umfasst der Rüdinger-Fuhrpark heute schon; weitere 15 E-Lkw für 2027 sind bestellt, und bis zum Jahr 2029 soll auch der Nahverkehr vollständig elektrisch und damit CO2-frei erfolgen. Glückwünsche nach Krautheim!
Platz drei für Lorenz Snacks
Einen dritten Platz errang in diesem Jahr Lorenz Snacks mit seinem Projekt „Closed-Loop Autonomous Yard & Plant Transport System“. Der Snackhersteller setzt seit Anfang September auf seinem Werksgelände zwei elektrische, autonome Fahrzeuge und die Technologie von Einride ein. Mit respektablen Ergebnissen: Der Break-even wurde laut Lorenz schon nach einem Jahr erreicht; zudem werden jährlich zehn Tonnen CO2 eingespart. Fernziel deshalb: der Einsatz der autonomen Fahrzeuge auch auf öffentlichen Straßen.