Deutsche Reeder drängen auf Verlängerung von EU-Schutz im Roten Meer

12.02.2026 09:44 Uhr | Lesezeit: 1 min
Zielhafen am Roten Meer
Die Lage im Roten Meer könnte sich nach Ansicht des Verbands Deutscher Reeder aufgrund des Iran-USA-Konflikts wieder verschärfen
© Foto: Image Source/LB Studios/Picture Alliance

Angriffe auf Frachter, Umwege um Afrika, Millionen Container in Gefahr: Warum Reeder zu einer Verlängerung der Marineoperation „Aspides“ im Nahen Osten mahnen.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) drängt darauf, die EU-Marineoperation „Aspides“ im Nahen und mittleren Osten zu verlängern. Ein Grund seien die Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Die Operation „Aspides“ läuft Ende des Monats aus.

Geopolitische Spannungen: Zivile Schifffahrt schützen

Erst vor einigen Tagen hatte das US-Verkehrsministerium amerikanische Handelsschiffe vor der Durchfahrt durch die Straße von Hormus und den Golf von Oman gewarnt. Iranische Streitkräfte hätten Anfang des Monats versucht, mit kleinen Booten und Hubschraubern Handelsschiffe in iranischen Hoheitsgewässern zu entern, teilte das Ministerium mit. Bereits seit längerem seien kommerzielle Schiffe dem Risiko ausgesetzt, von iranischen Sicherheitskräften „angehalten, befragt, geentert, festgesetzt oder beschlagnahmt“ zu werden, hieß es weiter.

„Unsere Seeleute und unsere Schiffe dürfen nicht zwischen die Fronten geopolitischer Auseinandersetzungen geraten“, so der VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger angesichts der zunehmenden Spannungen. Die zivile Schifffahrt müsse aus militärischen Konflikten herausgehalten und, wo notwendig, geschützt werden.


Hintergrund: Operation „Aspides“ im Roten Meer

Mit der Operation Aspides reagierte die Europäischen Union auf die radikalislamische Huthi-Miliz. Diese begann Mitte November 2023 vom Jemen aus Angriffe auf die internationale Schifffahrt zu begehen.

Betroffen waren vor allem das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab. In der Folge griff sie nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 130 internationale Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an. Die Folge: Reedereien mussten über das Kap der Guten Hoffnung ausweichen.



Wichtige Transportrouten für Rohöl und Container im Roten Meer und Golfregion

Laut den Deutschen Reedern sind die Straße von Hormus sowie die Route durch das Rote Meer entscheidende und wichtige Handelsrouten. Rund 20 Prozent des global gehandelten Rohöls würden über die Straße von Hormus transportiert.

Zugleich sei die Golfregion ein zentraler Knotenpunkt des Containerverkehrs. Allein der Hafen Jebel Ali in Dubai schlug den Angaben zufolge 2024 rund 15,5 Millionen Standard-Container (TEU) um – etwa doppelt so viel wie der Hamburger Hafen im selben Zeitraum.

Container-Route durch den Suezkanal: Erste positive Zeichen gefährdet

Aber auch die Route durch das Rote Meer mit dem Suezkanal sei bedeutsam: Rund zwölf Prozent des weltweiten Seehandels und etwa 30 Prozent des globalen Containerverkehrs liefen über diese Achse.

Es gebe dort erste positive Signale. So hat beispielsweise die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd von Mitte des Monats an vor wieder Fahrten durch den Suezkanal zu wagen. Das Problem, so die Reeder: eine Eskalation der Spannungen in der Region könnte die Sicherheitslage wieder verschärfen und Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Milizen begünstigen.

Nach den schweren Massenprotesten im Iran, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug, hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung mit einem militärischen Eingreifen gedroht. Unter anderem schickte er den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ in die Region, um die US-Militärpräsenz zu stärken.


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