BHV-Umfrage zur Projektlogistik: Geopolitische Spannungen als Problem

03.03.2026 18:27 Uhr | Lesezeit: 1 min
Wegweiser vor blauem Himmel
Projektlogistiker im Umfeld der BHV hatten 2025 mit den Auswirkungen von Zöllen, Sanktionen oder internationalen Konflikten zu kämpfen. Aber auch Cyberkriminelle machten der Branche zu schaffen. Trotzdem blicken die Befragten für 2026 halbwegs positiv in die Zukunft (Symbolbild)
© Foto: U art/stock.adobe.com (KI-generiert)

Die Bremer Hafen- und Logistikvertretung beleuchtet in ihrem Projektlogistik-Monitor die Auswirkungen des vergangenen Jahres. Zudem nimmt die Zahl der Cybervorfälle zu. Die Befragten blicken aber bezüglich der Wirtschaftslage vorsichtig optimistisch auf 2026.

Die Geopolitik und die globalen Rahmenbedingungen haben im vergangenen Jahr die Projektlogistik-Branche und ihre Transportketten geprägt. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen „Projektlogistik-Monitors“ der Bremischen Hafen- und Logistikvertretung (BHV). Außerdem war jeder zweite Projektlogistiker von Cybervorfällen betroffen.

Die BHV hat für den Monitor Projektlogistiker aus dem Umfeld des Wirtschafts- und Interessensverbands befragt. An der anonym im Februar 2026 überregional durchgeführten Umfrage haben sich knapp 70 Dienstleister und Verlader aus der Projektlogistik-Branche beteiligt.

Von Cybervorfällen betroffen

Erstmals Teil der Befragung war das Thema Cyber-Sicherheit. Dass knapp jedes zweite befragte Untenehmen in den zurückliegenden zwölf Monaten von IT- oder Cybervorfällen betroffen war, bei denen die eigenen oder die der am Geschäft beteiligten Partner spürbar beeinträchtigt worden sind, habe überrascht, so BHV-Präsidiumsmitglied Patric Drewes.

„Die Hälfte aller Befragten hat eingeräumt, dass es bei ihnen selbst oder bei Partnerunternehmen zu Störungen gekommen ist.“

Sanktionen, Zölle, internationale Konflikte mit Auswirkungen auf die Branche

Die geopolitischen Themen im vergangenen Jahr hatten laut Befragung auch Auswirkungen auf die Projektlogistik-Branche und ihre Transportketten:

  • 63 Prozent der befragten Unternehmen waren stark oder sogar sehr stark von internationalen Konflikten, Sanktionen, Zöllen oder politische Spannungen betroffen,
  • weitere 25 Prozent sprachen von einer mittleren Beeinflussung.
  • 71 Prozent mussten aufgrund dieser Entwicklungen Auftragsverschiebungen oder Projektunterbrechungen hinnehmen.
  • Knapp die Hälfte beklagte Verzögerungen durch Sanktionen oder Exportkontrollen sowie höhere Frachtraten oder Zuschläge.
  • Für 67 Prozent der befragten Unternehmen haben sich zudem Lieferketten verlagert.

„Einige Produktions- oder Beschaffungsstandorte sind beispielsweise näher an die Absatzmärkte gerückt, um Transportwege, Risiken oder Abhängigkeiten zu reduzieren“, ergänzt BHV-Geschäftsführerin Petra Lüdeke.

Trotz angespannter Lage: Vorsichtig optimistisch für 2026

Laut der Befragung treffen die Unternehmen 2026 der Fachkräftemangel und die Sicherung von ausreichender Laderaumkapazität nicht mehr ganz so stark. Der Kostendruck entlang der gesamten Lieferkette ist im Vergleich zum Vorjahr allerdings nochmals leicht gestiegen.

Trotz der geopolitischen Rahmenbedingungen gehen die Teilnehmer der Befragung laut dem Verband mit vorsichtigem Optimismus in das laufende Jahr:

  • Ein knappes Drittel (32 Prozent) erwartet Zuwächse beim Projektlogistik-Volumen,
  • knapp die Hälfte (49 Prozent) geht von einer gleichbleibenden Mengenentwicklung aus,
  • 19 Prozent rechnen mit Rückgängen.

Personalplanung: Mehrzahl will aktuelle Zahl beibehalten

  • Außerdem planen 26 Prozent der befragten Betriebe Neueinstellungen.
  • Aber der überwiegende Anteil (57 Prozent) will die Zahl der Beschäftigten konstant halten,
  • 17 Prozent wollen Stellen abbauen.

HASHTAG


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