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BGL warnt vor zunehmenden Problemen durch Fahrermangel

Laut dem BGL fehlen aktuell zwischen 80.000 und 100.000 Lkw-Fahrer 
© Foto: INN ovativ

Der Verband berichtet, dass Unternehmen unter anderem Aufträge ablehnen müssen. Er schlägt zum Beispiel vor, dass Führerscheinrecht zu ändern.


Datum:
11.07.2022
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit: 
2 min
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Beim Mangel an Lkw-Fahrern in Deutschland droht sich die Situation nach Einschätzung aus der Branche immer weiter zuzuspitzen. „Es fehlen schon jetzt zwischen 80.000 und 100.000 Fahrer“, so der Vorstandssprecher beim Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Professor Dirk Engelhardt, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir bekommen Rückmeldungen von unseren Transportunternehmern, dass sie Aufträge ablehnen müssen, dass sie an Ausschreibungen nicht mehr teilnehmen, dass sie Fahrzeuge verkaufen oder stilllegen, weil sie das Fahrpersonal nicht haben.“

Ukraine-Krieg kaum Auswirkungen auf Fahrermangel in Deutschland

Personalprobleme wegen des Kriegs in der Ukraine gebe es in Deutschland dagegen kaum, erklärt Engelhardt. Denn anders als zum Beispiel in Polen seien hier fast keine ukrainischen Fahrer beschäftigt gewesen seien.

Weniger Nachwuchs kommt nach

Der Mangel an Lkw-Fahrern wachse aber ständig. „Weil rund 30.000 bis 35.000 Fahrer jedes Jahr in Rente gehen und im Schnitt nur etwa 15.000 bis 20.000 neue Lkw-Führerscheine ausgegeben werden“, so der BGL-Vorstandssprecher. Ein Drittel der Lkw-Fahrer in Deutschland ist nach Angaben des Verbands 55 Jahre und älter.

Bleibt die Entwicklung, wie sie ist, würden in zehn Jahren mehr als 230.000 Fahrer fehlen, rechnet Engelhardt vor. „Es ist fünf nach zwölf, nicht fünf vor zwölf.“

Verschiedene Gründe

Gründe für die mangelnde Attraktivität des Berufs seien das Lohnniveau, das schlechte Image und die Arbeitsbedingungen. Auch, dass Beruf und Privatleben für Lkw-Fahrer oft schwer vereinbar seien, komme hinzu, sagt Engelhardt.

„Genau wie die schwere Planbarkeit der Touren, die Staus, der Termindruck.“ All das führe dazu, dass viele sich sagten: „Diesen Stress tue ich mir nicht mehr an.“

Gegensteuern über Zuwanderung?

Um hier gegenzusteuern setzt sich der Verband unter anderem für mehr qualifizierte Zuwanderung ein. Engelhardt plädiert für bilaterale Abkommen mit Drittstaaten wie der Türkei. Ziel wäre es, dort die nötige Qualifizierung zu ermöglichen und ausgebildete Fahrer in Deutschland einzusetzen. Einen entsprechenden Pilotversuch zu starten biete gewaltige Chancen.

Sinnvoll aus Sicht des Verbands wäre außerdem, das Führerscheinrecht zu ändern. „Wenn einer den Pkw-Führerschein erwirbt, sollte er Lkw bis 7,5 oder sogar 10 oder 12 Tonnen bewegen dürfen - wie bei der früheren Führerschein-Klasse 3“, schlägt Engelhardt vor. Vereinfachungen bei der Verlängerung des Führerscheins für Lkw-Fahrer über 50 und Online-Formate bei der vorgeschriebenen Weiterbildung für Lkw-Fahrer würden ebenso helfen. (mwi/dpa)

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