Das erste Element des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark kann noch in diesem Frühjahr vor der dänischen Insel Lolland abgesenkt werden. Das teilte die staatliche dänische Baufirma Sund & Bælt mit. Der Grund für den Fortschritt: Ein Spezialschiff, das die Tunnelelemente versenken soll, wurde von der dänischen Schifffahrtsbehörde zugelassen.
Die Aufgabe des Schiffes sei „komplex, daher waren zahlreiche Tests notwendig“, sagte der stellvertretende Vertragsdirektor des Unternehmens, Lasse Vester, laut der Mitteilung. „Jetzt haben wir die Zulassung für das Schiff erhalten und können mit dem Absenken starten.“ Das Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) könne nun mit den notwendigen Vorbereitungen beginnen.
Tunnelbau auf Dänischer Seite: Neuer Zeitplan wird erstellt
Im Januar hatte Sund & Bælt mitgeteilt, dass sich die Eröffnung des 18 Kilometer langen Ostsee-Tunnels auch wegen fehlender Genehmigungen voraussichtlich bis 2031 verzögern werde. Sobald die ersten Tunnelelemente versenkt wurden, werde ein neuer Zeitplan erarbeitet, heißt es nun.
Infrastrukturprojekt: Hinterlandanbindung des Tunnels auf deutscher Seite
Der Fehmarnbelt-Tunnel für Fahrzeuge und Züge gehört laut Sund & Bælt zu den größten Infrastrukturprojekten Europas. Er soll die Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden. Auf deutscher Seite entsteht eine Hinterlandanbindung, die auch den Fehmarnsund-Tunnel zwischen der Insel und dem deutschen Festland umfasst. Die Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen soll sich mit der neuen Verbindung verkürzen. Auch auf deutscher Seite kam es zu Verzögerungen.
Die Bundesrepublik hat vertraglich zugesagt, die Verkehrsanbindung auf deutscher Seite sicherzustellen. Anfänglich war vorgesehen, den Bahnverkehr über die bestehende Fehmarnsundbrücke aus den 1960er Jahren rollen zu lassen. Inzwischen wird jedoch der Bau eines Tunnels durch den Fehmarnsund angestrebt, durch den Züge und Autos fahren sollen.