Leichtes Plus beim Ifo-Index trotz schwacher Konjunktur

22.05.2026 14:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Baustellenschild
Ifo-Index steigt leicht – Wirtschaft stabilisiert sich (Symbolbild)
© Foto: studio v-zwoelf/stock.adobe.com

Das Ifo-Geschäftsklima hat sich im Mai leicht verbessert. Experten sehen erste Stabilisierungssignale – warnen jedoch vor anhaltenden Risiken durch hohe Energiepreise.

Ifo-Geschäftsklima hellt sich leicht auf – Lage bleibt fragil

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai etwas verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,4 Punkte auf 84,9 Zähler. Damit fiel die Entwicklung besser aus als von vielen Analysten erwartet, die zuvor mit einem weiteren Rückgang gerechnet hatten.

Ausschlaggebend für die leichte Aufhellung war insbesondere eine deutlich positivere Einschätzung im Dienstleistungssektor.

Erste Stabilisierung nach Rückgängen

Sowohl die Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate entwickelten sich laut Ifo‑Institut günstiger. Nach zwei Rückgängen in Folge deutet dies auf eine erste Stabilisierung der Konjunktur hin – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau.

Ifo-Präsident Clemens Fuest spricht von einer vorläufigen Beruhigung der Lage, betont jedoch die anhaltende Unsicherheit.

Hoffnungsträger: Auftragsbestand und Dienstleistungen

Ökonomen sehen in der Entwicklung vor allem Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung. Ein wichtiger Faktor ist der weiterhin relativ hohe Auftragsbestand, der als Grundlage für eine Erholung dienen könnte – vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern sich.

Insbesondere der Dienstleistungssektor zeigt sich derzeit robuster als Industrie und Bau, was die Gesamtstimmung stützt.

Risiken durch Energiepreise und geopolitische Lage

Trotz der leichten Verbesserung bleibt der Ausblick unsicher. Ein zentraler Risikofaktor sind die hohen Energiepreise infolge des Iran‑Kriegs. Sie belasten Unternehmen quer durch alle Branchen und erschweren Investitionsentscheidungen.

Mit zunehmender Dauer der Krise steigen die Konjunkturrisiken, insbesondere durch steigende Kosten und schwächere Nachfrage.

Prognosen bleiben gedämpft

Die jüngste Stimmungsaufhellung erfolgt vor dem Hintergrund gesenkter Konjunkturprognosen. Die EU‑Kommission erwartet für Deutschland aktuell nur noch ein Wachstum von rund 0,6 Prozent in diesem Jahr, während die Bundesregierung von etwa 0,5 Prozent ausgeht.

Damit bleibt die wirtschaftliche Dynamik insgesamt schwach.

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Transport- und Logistikbranche liefert die Entwicklung gemischte Signale:

  • Die Stabilisierung der Stimmung kann auf eine leichte Verbesserung der Nachfrage hindeuten
  • Gleichzeitig bleiben Risiken durch Energiepreise und schwache Investitionen bestehen

Insbesondere steigende Kosten und eine unsichere Auftragsperspektive dürften die Branche weiterhin prägen.

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