Deutsche Wirtschaft startet mit moderatem Wachstum ins Jahr 2026
Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Quartal 2026 leicht zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bestätigt. Bereits zum Jahresende 2025 hatte es ein moderates Wachstum gegeben.
Exporte treiben Konjunktur an
Vor allem der Außenhandel sorgte zu Jahresbeginn für positive Impulse. Die Exporte legten im Vergleich zum Vorquartal deutlich um 3,3 Prozent zu, nachdem sie zuvor rückläufig gewesen waren. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählten insbesondere chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Metalle.
Die Importe entwickelten sich dagegen verhaltener und stiegen lediglich um 0,1 Prozent.
Staatlicher Konsum stützt Nachfrage
Auch die Konsumausgaben entwickelten sich insgesamt positiv und stiegen um 0,4 Prozent. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied:
- Staatliche Ausgaben: +1,1 Prozent
- Private Konsumausgaben: stagnierend
Damit blieb die Nachfrage der privaten Haushalte ein schwächerer Konjunkturfaktor.
Investitionen und Bauwirtschaft bremsen
Belastend wirkten hingegen die Investitionen, die im ersten Quartal spürbar zurückgingen:
- Gesamtinvestitionen: -1,5 Prozent
- Ausrüstungsinvestitionen: -1,2 Prozent
- Bauinvestitionen: -2,5 Prozent
Insbesondere die Bauwirtschaft litt unter der ungewöhnlich kalten Witterung, die Projekte verzögerte und die Produktion dämpfte.
Industrie wächst, Bau bleibt schwach
Die Bruttowertschöpfung stieg insgesamt leicht um 0,1 Prozent. Innerhalb der einzelnen Branchen zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Verarbeitendes Gewerbe: +0,7 Prozent
- insbesondere Fahrzeugbau und Fahrzeugteile im Plus
- Baugewerbe: -0,6 Prozent
- Dienstleistungen: überwiegend stabil
Der industrielle Sektor konnte damit einen Teil der wirtschaftlichen Dynamik tragen, während das Baugewerbe weiter unter Druck steht.
Gemischte Entwicklung im Logistikumfeld
Für die Transport- und Logistikbranche ergibt sich ein differenziertes Bild:
- Steigende Warenausfuhren sprechen für eine höhere Nachfrage im Güterverkehr
- Rückgänge bei Dienstleistungsexporten, darunter Transportdienstleistungen (-2,4 % im Vorjahresvergleich), dämpfen die Entwicklung
Auch auf der Importseite legten vor allem die Warenimporte zu, darunter insbesondere Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile.
Wachstum im Vorjahresvergleich leicht positiv
Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 legte die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 0,5 Prozent zu. Der private Konsum stieg moderat um 0,8 Prozent, während die staatlichen Ausgaben deutlich stärker zulegten (+3,5 Prozent).
Die Bauinvestitionen gingen dagegen im Jahresvergleich erneut zurück (-3,3 Prozent).
Beschäftigung rückläufig, Produktivität steigt
Die Zahl der Erwerbstätigen lag mit rund 45,6 Millionen leicht unter dem Vorjahresniveau (-0,3 Prozent). Besonders betroffen waren Industrie und Bau.
Gleichzeitig stieg die Arbeitsproduktivität:
- je Arbeitsstunde: +0,5 Prozent
- je Erwerbstätigen: +0,8 Prozent
Das Arbeitsvolumen blieb insgesamt stabil.
Deutschland im europäischen Vergleich leicht stärker
Im Vergleich zum vierten Quartal 2025 fiel das Wirtschaftswachstum in Deutschland mit +0,3 Prozent etwas stärker aus als im Durchschnitt der EU (+0,2 Prozent). Gleichzeitig liegt das Wachstum im Vorjahresvergleich mit +0,3 Prozent unter dem EU‑Durchschnitt von +1,0 Prozent.