Die Deutsche Bahn hat am Mittwoch, 9. September, ein neues Umleitungskonzept für die Zeit während der sogenannten Generalsanierung der Strecke Berlin-Lehrte vorgestellt. Demnach werden vom 2. Oktober an bis Dezember des kommenden Jahres sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Das betrifft insbesondere die Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover fahren. Die Fahrzeit verlängert sich damit den Angaben zufolge um 80 Minuten.
Umleitung über Braunschweig und Magdeburg
Der Güterverkehr wird den Angaben zufolge ebenfalls über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Strecke soll für die deutlich höhere Auslastung in den kommenden Wochen umfangreich vorbereitet werden. „Ab Ende Januar 2027 steht für Güterzüge eine zusätzliche zweite Umleitungsstrecke über Halle – Eichenberg zur Verfügung, die derzeit modernisiert und ausgebaut wird“, hieß es. Dafür verschiebe die Bahn dort für den Sommer 2027 geplante Bauarbeiten.
Scharfe Kritik von den Güterbahnen
Der Verband der privaten Güterbahnen reagierte mit scharfer Kritik auf die Details zur Sanierung. „Wir lehnen die vorgestellten Pläne der DB InfraGo rundweg ab. Sie sind mit dem Güterverkehr nicht vorschriftsmäßig konsultiert und sie sind unverantwortlich“, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger. „Die Vollsperrung muss ganz oder teilweise verschoben werden, wenn es der DB nicht gelingt, das dritte Gleis parallel zur Schnellfahrstrecke als Umleiterstrecke zur Verfügung zu stellen.“
Verzögerung bei der Streckenelektrifizierung
Die rund 227 Kilometer lange Strecke Berlin-Lehrte soll zwischen Oktober dieses Jahres und Dezember 2027 saniert und dafür vollständig gesperrt werden. Die nun mitgeteilten Anpassungen beim Umleitungskonzept wurden laut DB notwendig, da die Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn erst im Dezember 2027 abgeschlossen wird – ein Jahr später als geplant. Damit steht sie nicht wie ursprünglich geplant ab Dezember 2026 als Umleiterstrecke zur Verfügung. Während der Bauzeit können damit weitgehend weder auf der Schnellfahrstrecke noch auf der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn Züge fahren.
Konzept der Generalsanierung soll auf den Prüfstand
Mit den Generalsanierungen will die Deutsche Bahn bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend sanieren und damit wieder für mehr Zuverlässigkeit im Netz sorgen. Nach Verzögerungen und Problemen bei zuletzt zwei solcher Sanierungsprojekte hat Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, das Konzept zu überprüfen und Zeitpläne anzupassen.