Ein Bündnis unter anderem aus Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften hat sich für eine bessere und langfristigere Finanzierung der Schienenwege in Deutschland ausgesprochen. „Der neue Haushaltsentwurf kürzt ausgerechnet die Mittel für Sanierung und Ausbau des Schienennetzes um 1,3 Milliarden Euro. Verspätungen, Ausfälle und Engpässe in den Lieferketten der Industrie drohen sich damit weiter zu verschärfen“, heißt es in einer Mitteilung, die unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Klima-Allianz Deutschland sowie der Verband der Chemischen Industrie und die Wirtschaftsvereinigung Stahl unterzeichnet haben.
Ein marodes und störanfälliges Schienennetz
Das Schienennetz in Deutschland gilt als marode und daher als sehr anfällig für Störungen. In den vergangenen Jahren erhöhte der Bund die Ausgaben für die Schiene, im laufenden Jahr steuert er auf Rekordinvestitionen für diesen Bereich zu. Derzeit sieht es aber danach aus, dass das Niveau im kommenden Jahr nicht gehalten wird. Wie viel Geld in das Netz investiert wird, wird im Rahmen der Haushaltsverhandlungen des Bundes jedes Jahr neu diskutiert, was von der Eisenbahnbranche schon lange kritisiert wird. Immer wieder wird auch auf positive Beispiele in anderen Ländern verwiesen, etwa der Schweiz.
Bund soll langfristige Finanzierung sicherstellen
„Wer Investitionen in die Schiene kürzt, verteuert die Produktion und schwächt den ohnehin angeschlagenen Industriestandort weiter. Unsere Stahlunternehmen, unsere Lieferanten und unsere Abnehmerbranchen brauchen ein Netz, auf das sie sich verlassen können“, sagte Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Deshalb müsse der Bund «die chronische Unterfinanzierung der Bahn» endlich beenden. „Die Bundesregierung muss jetzt die Investitionslücke schließen und für eine langfristige, verlässliche Finanzierung sorgen“, so auch Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall.